Kultur + Kunstmarkt
Menschen im Hotel

"Hotelzimmer sind durchdrungen von Liebe und Tod, und deshalb finde ich sie so erotisch." Mit diesem schönen Satz beginnt das neue Buch des Reise- und Fernwehliteraten Paul Theroux. Der Ich-Erzähler startet als Geschäftsführer im "Hotel Honolulu" ein neues Leben.

Tatsächlich kommt das gleichnamige Buch nicht als waschechter Roman daher. Vielmehr ist es eine kurzweilige Sammlung skurriler Geschichten von Menschen, die in diesem Hotel einen Kurzurlaub verbringen oder dort für die Ewigkeit gestrandet sind. Beispiel Buddy Hamstra. Der Eigentümer des Hotels umgibt sich gern mit jungen Frauen und pflegt einen speziellen Humor. Dann ist da Miranda, der Tischler. Er zimmert in seinem Zimmer ein Geheimnis. Cheryl erhält von ihrem Mann ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk. Und Gelegenheitsbesucher Royce Lionberg erscheint täglich in der Hotelbar, um Frauen zwar zu mustern, aber keinen Gedanken an Sex zu verschwenden.

Große Themen, verpackt in kleine Geschichten. Das alles unter der Sonne Honolulus, in heißer, feuchter Luft, "die noch nicht einmal die kleine Fahne des Hotels in Bewegung versetzte." Theroux hat ein somnambules Buch verfasst. Menschen kommen, Menschen gehen. Ihre Existenz blitzt auf, um gleich darauf zu verglühen. Erst die Erzählung verleiht ihnen ein Stück Ewigkeit. Ein entspanntes Buch für einen trägen Tag auf Balkonien oder am Pool. Thomas Ludwig

Paul Theroux: Hotel Honolulu. Ullstein Verlag, Berlin 2005, 256 Seiten, 24,90 Euro

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