Messen für außereuropäische Kunst
Zeitreisen in Brüssel

Wer außereuropäische Kunst sammelt, kommt an Brüssel nicht vorbei. Hier konzentriert sich der Handel. In diesen Tagen locken allein drei Spezialmessen das internationale Sammlerpublikum.
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BrüsselBrüssel ist das administrative Herz der Europäischen Union, Hauptstadt des surrealistischen Humors und ehemalige Kolonialmacht. Das hat dazu geführt, das sich rund um den Sablon-Platz die Fachhändler für außereuropäische Kunst nur so konzentrieren. Aus der engen Nachbarschaft entstand der clevere Gedanke, sich zusammenzuschließen, um eine ungewöhnliche Messe zu gründen. Sie findet zwei Mal jährlich im Januar und im Juni in den Galerien statt und bindet auch bekannte ausländische Kollegen mit ein. Die 24. Ausgabe der "Bruneaf, Brussels Non-European Art Fair", die auf afrikanische, ozeanische und indonesische Kunst spezialisiert ist, findet vom 4. bis 8. 2014 mit 50 Ausstellern statt.

Naheliegenderweise haben auch die im gleichen Viertel etablierten, auf Archäologie spezialisieren Galeristen ihre spezifische Messe gegründet. Unter der Bezeichnung "BAAF (Brussels Ancient Art Fair)" bieten 23 Händler Objekte der klassischen Antike, aus Ägypten oder dem Nahen Osten an. Zuletzt schlossen sich auch 15 Asiatika-Galerien unter dem Namen "AAB (Asian Art in Brussels)" zusammen. So machen die drei Messen das Brüsseler Antiquitätenviertel ein Wochenende lang zum Nabel der außereuropäischen Kunstwelt.

Ambitioniertes Begleitprogramm

Viele Sammler bleiben mehrere Tage lang, um das angebotene Programm mit Vorträgen und Gesprächsrunden zu verfolgen, zu dem internationale Sammler, Kuratoren oder Journalisten eingeladen sind, darunter auch Susanne Schreiber, die das Kunstmarkt-Ressort des Handelsblatts leitet. Die Organisatoren unter dem Vorsitz des dynamischen Stammeskunsthändlers Didier Claes stellten eine stupende Ausstellung in der ehemaligen Nuntiatur zusammen, dem Botschaftsgebäude des Vatikan. Bisher nie gezeigte ozeanische Objekte aus Neuguinea wurden erstmals wissenschaftlich bearbeitet und in einem Katalog erfasst. Die ozeanischen Kultobjekte, darunter Masken oder exzeptionelle Flötenstöpsel, stammen aus dem (bis 2017 wegen Bauarbeiten geschlossenen) Königlichen Museum für Zentralafrika in Tervuren, wo sie im Depot lagerten. Ein Drittel der Insel Neuguinea, der zweitgrößten Insel der Welt, umfasste die deutsche Kolonie Kaiser Wilhelm Land, wo noch im Jahr 1960 deutsch gesprochen wurde, wie der Brüsseler Händler und Sammler, Marc Leo Felix erzählt.

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