Mobile Spielstätte
Rom liegt vorübergehend am Rhein

Das Düsseldorfer Opernhaus zwischen dem Hofgarten und der Altstadt wird bis Ende dieses Jahres für 25 Millionen Euro aufwendig renoviert. Bis aber auch dieses Provisorium fertig wurde, musste „Die Macht des Schicksals“ und die gleichnamige Verdi-Oper in der gerade akustisch aufpolierten „Tonhalle“ aufgeführt werden.

DÜSSELDORF. VieleWege führen nach Rom, einige nach ROM am Rhein. Die großen Buchstaben stehen für RheinOperMobil und sind anders als die Ewige Stadt nicht für immer am Ort, sondern nur für kurze Zeit. Das Düsseldorfer Opernhaus zwischen dem Hofgarten und der Altstadt wird bis Ende dieses Jahres für 25 Millionen Euro aufwendig renoviert. Investiert wird vor allem in Technik und Sicherheit, die zum Teil so alt sind wie das Haus selbst, das gerade seinen 50. Geburtstag feiern konnte.

Doch nur mit der Aufrechterhaltung des Spielbetriebs im Opern-Zweitwohnsitz Duisburg wollte sich das Musiktheater nicht zufrieden geben. So entstand der – anfangs auch aus Kostengründen nicht ganz unumstrittene – Plan, für die Übergangszeit eine mobile Spielstätte zu errichten. Am Rhein beim Landtag.

Bis aber auch dieses Provisorium fertig wurde, musste „Die Macht des Schicksals“ des Um- und provisorischen Neubaus akzeptiert werden und die gleichnamige Verdi-Oper in der gerade akustisch aufpolierten „Tonhalle“ aufgeführt werden. Für Büros und Werkstätten war in diesem Übergangsheim kein Platz, die Utensilien wanderten in 600 Umzugskisten und 100 Gitterboxen auf das ehemalige Rheinmetall-Gelände im Stadtteil Derendorf.

Dann aber, an einem „Tag der offenen Tür“, eroberten die Düsseldorfer ihr ROM. Und nach der stürmisch gefeierten Premiere des Balletts „Romeo und Julia“ steht fest: Der Aufwand von 1,3 Millionen Euro für das Ausweichquartier hat sich gelohnt. Entstanden ist ein äußerst originelles Provisorium, das sogar strenge Kritiker mit seiner Akustik im Blechmantel verblüfft.

Die Werkstatt-Atmosphäre ist leger-spartanisch, könnte aber gerade deshalb auch Leute locken, die es bisher nicht in den Nachkriegs-Bau an der Heinrich-Heine-Allee zog.

Der weißsilberne Pott, ein 14 Meter hoher heller Stahl-Bau im Schatten des dunklen Landtagsgebäudes macht neugierig: ein 16-Eck mit einem Durchmesser von 35 Metern. Es bietet auf drei umlaufenden Sitzebenen gut 800 Plätze.

Das Publikum hockt auf langen, leicht gepolsterten Bänken. Dafür muss man sich nicht fein machen, wichtiger ist, dass man von den meisten Plätzen gut sehen und – noch besser – von den billigstenPlätzen (6,20 Euro) am besten hören kann; allerdings direkt unter den Scheinwerfern schon mal schwitzen muss.

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