Moderne Auktionen
Monets Seerosenbild ist bereits „vorverkauft“

Moderate Preiserwartungen heften sich an die Moderne-Offerte der Londoner Abendauktionen. Sotheby’s hat am 23. Juni viel Monet und Giacometti zu bieten, Christie’s lockt mit einer umfangreichen Tranche deutscher Kunst.
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LondonLondon wird in den Prestigeauktionen der nächsten Woche seine wachsende Bedeutung als Auktionszentrum für Impressionismus und Moderne unterstreichen – auch mit starkem  Material der deutschen Malerei des frühen 20. Jahrhunderts. Teuerstes Los der Woche soll ein Seerosengemälde von Claude Monet von 1906 werden. Das zuletzt 2000 für 21 Millionen Dollar verkaufte Bild ist nun für die Sotheby’s Auktion vom 23. Juni 2014 auf 20 bis 30 Millionen Pfund geschätzt. Wie das zweite Starlos der Auktion, Piet Mondrians „Komposition mit Rot, Blau und Grau“ von 1927 (12 bis 18 Millionen Pfund) ist es mit Preisgarantie bereits „vorverkauft“.

Sotheby’s hat ein dichtes Angebot klassischer Impressionisten. Garantien haben dabei vier Gemälde aus dem Nachlass von Ralph Wilson, dem Besitzer des New Yorker NFL Clubs „Buffalo Bills“: Monets leuchtende Antibes-Ansicht für 6 bis 8 Millionen Pfund kostete vor fast 20 Jahren 3,8 Millionen Dollar. „La Seine à Argenteuil“ für 7 bis 10 Millionen Pfund wurde 1997 für 7,6 Millionen Dollar gekauft. Auch Edouard Manets „Jeune femme dans le fleurs“ ist mit 3 bis 4 Millionen Pfund genau auf dem Niveau seines Anschaffungspreises per Dollar bewertet. Attraktive Gemälde von Bonnard, Sisley, Renoir und Camille Pissarro ergänzen das Angebot.

Moderate Preiserwartungen 

Man sieht, über die Haltezeiträume gesehen sind die Preiserwartungen moderat. Hier ist weniger von Investitionsgewinnen, sondern von Kunstwerten die Rede. Bei der Moderne ist im Gegensatz zur Contemporary Art das Preisgefüge stabil und vernünftig. Was nicht heißt, dass man sich von den Locktaxen täuschen lassen darf, mit denen Sotheby’s ein weiteres Angebot aus dem unerschöpflichen Nachlass des Händlers Jan Krugier versehen hat. Für Alexej von Jawlenskys idiosynkratische „Frau mit Kopfbinde“ bezahlte Krugier 721.650 Pfund, nun ist sie auf fast absurde 250.000 bis 350.000 Pfund geschätzt. Max Beckmanns „Stilleben mit Grammophon und Schwertlilien“, 2007, als Beckmanns Preise ihr kurzes Allzeit-Hoch erreicht hatten, von Krugier für 7,3 Millionen Dollar ersteigert, ist nun mit nur 1,8 bis 2 Millionen Pfund bewertet.

Spitzenreiter unter den 17 Krugier-Losen ist Wassily Kandinskys „Herbstlandschaft“ von 1911, die mit 3 bis 5 Millionen Pfund an der Schwelle der Abstraktion steht. Aus anderer Einlieferung stammt Max Pechsteins reizvoll „Gelbe Maske“, 1999 bei Sotheby’s noch für 826.500 Pfund zu haben und nun mit 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund bewertet.

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