Moderne in New York
Asiaten jagen nach Trophäen

Die Auktionen mit Impressionisten und moderner Kunst zielen wieder in achtstellige Bereiche. Asiatische Sammler haben ein sprunghaft gestiegenes Interesse an dieser Kunst. Ein Vorbericht über eine auf fernöstlichen Geschmack zugeschnittene Verkaufsausstellung bei Sotheby's.
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NEW YORK. Asiatische Sammler haben ein sprunghaft gestiegenes Interesse an der Kunst der Impressionisten und der Moderne. Deshalb schickt Sotheby’s eine auf fernöstlichen Geschmack zugeschnittene Verkaufsausstellung „Modern Masters“ nach Beijing und Hongkong. Die Preise für Rodin, Monet und Picasso reichen von 2 Mio. US-Dollar bis zu 25 Mio. Dollar.

„Uns beeindruckte das Interesse, das die letzten Auktionen auf diesem Gebiet in China und im restlichen Asien erfuhren“, sagt Patti Wong, Chairman of Sotheby’s Asien. Ein Kollege bei Christie’s bestätigt: „Zwar wurden Impressionisten und Moderne von einigen Chinesen schon seit 2004 und 2005 gekauft. Aber seit dem letzten Jahr gibt es fast eine Flutwelle.“

Auch die bevorstehenden New Yorker Novemberauktionen appellieren an den Geschmack „neuer Käufer“: Sammler aus Russland, Asien oder dem Nahen Osten auf der Jagd nach wichtigen Trophäen. Sotheby’s setzt am 2.11. auf die bewährte Marktkonstante Amedeo Modigliani. Seine schöne Nackte „La Belle Romaine“ (1917) vor rotem Hintergrund ist eines der bestdokumentierten Bilder seiner kleinen, nur sehr selten auf den Markt kommenden Aktserie.

Wichtige Werke kommen aus Sammlungen von Unternehmern

Bereits in den 1990er-Jahren zog die Nackte aus der wichtigen Pariser Sammlung von Georges Renand, dem Gründer des Kaufhauses La Samaritaine, in eine asiatische Privatsammlung. Ihre Preiskarriere reicht vom Rekordpreis von 16,8 Mio. Dollar im Jahr 1999 in New York bis zur jetzt unveröffentlichten Erwartung von 40 Mio. Dollar.

Auch ein prominentes Seerosenbild Monets darf nicht fehlen. Das locker in schönen Farben angelegte „Le Bassin aux Nymphéas“ hing über 40 Jahre lang in einer der ersten und besten Firmensammlungen, der Reader’s Digest Collection. Nach Finanzproblemen versteigerte die Firma 1998 das zwei Meter lange Seerosenbild zu 9,9 Mio. Dollar. Nachdem eine frühere Seerosen-Version jetzt im Juni in London die hochgesteckte Erwartung von 45 bis 60 Mio. Dollar nicht eingelöst hat, testen bescheidene 20 bis 30 Mio. Dollar vorsichtig das Terrain.

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