Moderne Kunst
Mit Malfarben handeln schult das Auge

Christie?s Paris konnte die Sammlung Lefebvre-Foinet versteigern. Die Händler für Künstlerbedarf hatten über 130 Jahre lang zeitgenössische Kunst an der Quelle gesammelt. Giacomettis Porträt von Maurice Lefebvre-Foinet kostete 2,2 Mio. Euro.
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PARIS. Christie's Paris versteigerte am 1. Dezember die beachtliche Sammlung der Familie Lefebvre-Foinet, die mehrere Maler-Generationen mit Farben, Leinwand und Pinseln belieferte. Und fast 130 Jahre lang mit Fingerspitzengefühl und sicherem Auge deren Werke erwarb. Gemälde von Alberto Giacometti, Fernand Léger, Henri Matisse, Alberto Magnelli und Zaio Wou-Ki befinden sich unter den am höchsten bewerteten der 96 Lose der Sammlung Lefebvre-Foinet.

Zum Spitzenlos wurde das von Alberto Giacometti um 1964/65 gemalte "Porträt von Maurice Lefebvre-Foinet", das ein europäischer Sammler für 2,2 Mio. Euro brutto erwarb. Eine kleine Gips-Tischskulptur, deren surrealistischer Titel "Vide poche" andeutet, sie diene zum Aufbewahren von kleinen Gegenständen, formte Giacometti um 1930. Eine US-Galerie übernahm sie für 1,8 Mio. Euro. Aus einer der anderen Sammlungen stammte ein Blatt, das Giacometti beidseitig für Bleistift-Skizzen benützte und das den berühmten "Mann, der geht" und verso ein Porträt des Bruders "Diego Giacometti" zeigt. Auf Anraten des Bildhauers stellte Diego Giacometti eine Bronzeskulptur als Rahmen her, die inklusive Bronzefuss-Teil 155 cm hoch ist. Ein anonymer Telefonbieter erwarb dieses mehrfach begehrte Werk der beiden Brüder für 1,2 Mio. Euro. Ebenfalls hoch bewertet wurde ein 162 x 150 cm großes Gemälde des in Paris lebenden chinesischen Malers Zao Wou-Ki aus dem Jahre 1964, das seinen oberen Schätzwert verdoppelte. Ein asiatischer Käufer ersteigerte es für 817.000 Euro.

Christie's ergänzte die Versteigerung durch einige andere Privatsammlungen. Darunter befanden sich mehrere Gemälde von Leonard-Tsuguharu Foujita, die seit der Kunstmarkt- Krise Anfang der 1990er-Jahre an Wert verloren haben. Für die insgesamt 246 verkauften Lose (von 286 angebotenen) erzielte Christie's 19,9 Mio. Euro. Diese Auktion beweist einmal mehr die Vorherrschaft des internationalen Hauses Christie's, dem es - ebenso wie Sotheby's - gelingt, ihren französischen Konkurrenten viele Sammlungen wegzuschnappen.

www.christies.com

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