Moderne / Kunst nach 1945
Auftrieb für die deutsche Nachkriegskunst

Das Münchener Auktionshaus Karl und Faber erzielt mit seiner jüngsten Auktion das beste Ergebnis des Jahres. Besonders gut läuft es für die feine Beuys-Sammlung eines österreichischen Händlers. Bei Neumeister erfüllen ausgewählte Werke der Moderne die Erwartungen. Sehr gute Ergebnisse werden mit Werken aus den 1960er- und 1970er-Jahren erzielt.
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MünchenDas Ergebnis ist glänzend: das beste Jahresergebnis bilanziert Karl & Faber Geschäftsführer Rupert Keim. Die Auktion „Moderne Kunst und Kunst nach 1945“ am 4. Dezember 2014 trug viel dazu bei: etliche Zuschläge im sechsstelligen Bereich, darunter das Spitzenergebnis von rund einer halben Million für ein 60 x 60 cm großes Strukturfeld von Günther Uecker aus dem Jahr 1962 (502.100 Euro mit Aufgeld). Allein neun Telefonbieter bemühten sich um die frühe Arbeit, die auf 280.000 bis 350.000 Euro taxiert war. Als 330.000 Euro erreicht waren, blieben die US-Bieter weiterhin hartnäckig. Ueckers Arbeiten aus der Zeit haben für einige Kunstkenner dieselbe Bedeutung wie Lucio Fontanas geschlitzte oder durchstoßene Leinwände („Concetto spaziales“).

Aus der Sammlung von Gunter Sachs kam wie bereits im Frühjahr eine kleine Auswahl von Werken zum Aufruf, darunter auch die große, gut erhaltene Leinwand „VAAR“ von Victor Vasarely, die sich ein südamerikanischer Händler für 166.000 Euro sicherte. Unterbieter war ein Interessent aus Santo Domingo. Die Taxe lag bei 70.000 bis 90.000 Euro. Ebenfalls aus der Sammlung Sachs stammte eine typische abstrakte Komposition von Georges Mathieu, die ein Bieter aus Taipeh für 105.000 Euro erwarb (50.000 bis 70.000 Euro). Im Mai 2012 blieb das Werk im Sachs-Sale bei Sotheby’s London mit einer Schätzung von 60.000 bis 80.000 Pfund unverkauft.

Automatisierte Suche via Internet

Das großformatige Hauptwerk „Skansion“ von Gunther Fruhtrunk aus der Sammlung des Kunsthistorikers Max Imdahl, der mit dem Werk des Künstlers intim vertraut war, erzielte 123.000 Euro. Die auf 50.000 bis 60.000 Euro geschätzte Arbeit sichert sich ein großer deutscher Sammler, ebenso wie auch das kraftvolle Baselitz Aquarell „Adler“ von 1977 für 116.850 Euro.

Bieter aus der ganzen Welt engagierten sich kräftig. Die Market Alerts, die nach Begriffen automatisierte Suche via Internet, sorgen dafür, dass auch ein „Nischenhaus weltweite Wahrnehmung“ hat, erläuterte Auktionator Rupert Keim nach der Auktion. Insgesamt wurde nach seinen Angaben 100 Prozent der Schätzpreissumme erzielt – gemessen am Umsatz inkl. Aufgeld. Allgemeine Dynamik sei in der Nachkriegskunst festzustellen, ergänzte Keim. Die klassische Moderne, die allerdings auch über ein höheres Preisgefüge verfüge, sei solide beboten worden.

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