Monumentalinstallation von Olafur Eliasson
Kunstliebhaber beten in London eine Sonne an

Ein Sonnenaufgang im Nebel zieht in London derzeit die Menschen in seinen Bann. Olafur Eliassons Monumentalinstallation ist auf dem besten Weg zum Kultobjekt zu werden. Seit Ende Oktober strömen die Besucher scharenweise in die Galerie Tate Modern, um sich von Eliassons Werk mit der traumgleichen Atmosphäre bezaubern zu lassen.

HB LONDON. Beim Betreten der 152 Meter langen Turbinenhalle der Tate Modern glaubt man, durch feinen Nebel auf eine überdimensionale orangefarbene Scheibe zuzugehen, die aussieht wie eine auf- oder untergehende Sonne. Die Halle wird von einem die ganze Decke einnehmenden Spiegel optisch noch vergrößert. Die Besucher, die zu hunderten dort verweilen, können sich selbst ameisenklein in dem Spiegel sehen und werden so Teil des Kunstwerks - das macht seine Hauptattraktion aus.

Viele Besucher verbringen geraume Zeit damit, über ihre winzige Reflexion an der Decke zu meditieren. Manche versuchen, sich von anderen Zuschauern zu unterscheiden, indem sie sich selbst zuwinken oder auf dem Boden liegend Formationen bilden, denn in Eliassons Deckenspiegeln sehen alle gleich aus. Das liegt an der Distanz zum Boden und am monochromen orangefarbenen Licht, in dem alle schwarzweiß erscheinen. Richard Dorment, Kritiker des „Daily Telegraph“, berichtet über eine geradezu spirituelle Erfahrung in der Tate Modern, die offenbar von vielen Besuchern geteilt wird. Er fand, „dass wir vor der großen Sonne in der Turbinenhalle unseren unbedeutenden Platz in der Unendlichkeit des Sonnensystems erkennen könnten.“

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