Mortensen ist auch Fotograf, Maler, Dichter und Jazzmusiker
Der Anti-Star

Viggo Mortensen gelang mit „Der Herr der Ringe“ den Durchbruch. Doch Ruhm und Erfolg bedeuten ihm nicht alles.

So schnell kann's kommen: Noch vor drei Jahren war Viggo Mortensen in Hollywood ein unbeschriebenes Blatt und hielt sich mit Nebenrollen wie in „Der einzige Zeuge“, „Die Akte Jane“ und „Ein perfekter Mord“ über Wasser. Heute ist er der große Star, und das mit nur einer Rolle, die ihn auf der ganzen Welt berühmt machte. Hoch zu Ross kämpfte er in „Der Herr der Ringe“ als vollbärtiger Waldläufer für das Gute. In der Rolle des Aragorn und heimlicher Hauptdarsteller rettete er Mittelerde und die schöne Liv Tyler. Nun steigt der 45-Jährige erneut in den Sattel und wird in dem Abenteuerspektakel „Hidalgo“ zum Herrn der Wüste. Das Weekend Journal nahm das als Anlass für ein ausführliches Interview.

Weekend Journal: Als Sie „Herr der Ringe“ abdrehten, waren Sie schon 41 Jahre alt. Ist es für einen Schauspieler ein Vorteil oder Nachteil, wenn sich Ruhm und Erfolg erst spät einstellen?

Viggo Mortensen: Für einen Schauspieler mag das ungewöhnlich sein. Ich kannte viele, die Stars werden wollten und schon vorher aufgaben, als sie merkten, dass es nicht klappt. Ich habe dieses Ziel aber nie angestrebt, Ruhm und Erfolg. Mir hat es gereicht, mal hier und mal dort eine kleine Rolle zu übernehmen, um meinen Lebensunterhalt zu sichern. So hatte ich immer genügend Zeit, mich auch noch anderen Dingen widmen zu können.

Weil Sie neben der Schauspielerei auch noch als Fotograf, Maler, Dichter und Jazzmusiker arbeiten?


Ja, denn eine Kunstrichtung genügt mir nicht. Für mich gehört das alles zusammen, und es hängt von meiner Stimmung ab, wozu ich greife, um meine Eindrücke festzuhalten: Mal ist es die Kamera, mal ist es der Bleistift.

Vor anderthalb Jahren haben Sie den Verlag Perceval Press gegründet, um Ihre Werke zu veröffentlichen. Ist aus dem Allround-Künstler ein Geschäftsmann geworden?

Durch den Erfolg von „Der Herr der Ringe“ sind mehr Leute in meine Ausstellungen gekommen, und es wurden mehr Bücher aus meinem Verlag verkauft. Das freut mich natürlich, denn man möchte sich doch mitteilen. Dennoch kann ich behaupten, dass ich meine Jobs in erster Linie für niemanden anderen mache als für mich. Nicht weil ich eigennützig bin, sondern weil ich glaube, dass eine Sache zuerst mir gefallen muss. Wie kann ich sonst erwarten, dass es anderen gefällt.

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