Munich Contempo
Gediegen und etabliert statt erfrischend schrill

Die erste Ausgabe der Munich Contempo, Münchens neuer Messe für zeitgenössische Kunst, setzt auf bewährte Künstler, weniger auf experimentelle Kunst. Eine Sonderschau mit Werken von Wolfgang Joop zeigt den Modeschöpfer von einer bisher wenig bekannten Seite: mit barock inspirierten Skulpturen.
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MÜNCHEN. München, die Kunststadt mit Oktoberfest, Barock und Alpensicht hat eine neue Messe, die Munich Contempo (- 2. Oktober). Der englische Titel verspricht eine internationale zeitgenössische Kunstmesse und so sind die Erwartungen hoch, wenn man durch den leuchtgelb-kristallin ausgeformten Eingang den denkmalgeschützten Postpalast betritt. Dort trifft man in der ersten offenen Koje auf marmorne Engelsskulpturen mit expressiven Franz-Xaver Messerschmidt Gesichtern des Multitalents Wolfgang Joop. "Death and Faith" nennt er seine Schau, die sich den großen Themen des Lebens widmet. Joop, der vor seiner Karriere als Modedesigner Kunst studierte, sorgt für eine Portion Glamour und Medienrummel. Sein Galerist Michael Schultz (Berlin/Seoul/Peking) spricht vom Gesamtkunstwerk.

Zuwachs erwünscht

Rund 30 Galerien, eine kleine Zahl im Vergleich zu anderen Messen, wagen sich an das neue Format. Zwei Drittel stammen aus Deutschland, allein acht aus München. Die anderen Teilnehmer kommen u.a. aus Frankreich, Portugal, Spanien, Türkei und Israel. Mehr als fünfzig Bewerbungen wurden abgelehnt, so Michael Schultz. Messeorganisator Wolf Krey, Inhaber der Expo Management GmbH aus Kiel, die auch die 55. Kunst-Messe in München veranstaltet, hat in seine "Top-Kunstmesse" eine sechsstellige Summe investiert. Expansion ist erwünscht, angrenzende Gebäudeteile könnten Platz für weitere 80 Galerien bieten. Gute Besucherzahlen am Tag der Vernissage und etliche Verkäufe stimmen positiv.

Gediegenes Angebot

Unter der schönen Lichtkuppel des Postpalastes gehen die meisten Galeristen mit ihren Stammkünstlern auf Nummer sicher. Der Markt für zeitgenössische Kunst hat die Lehmanpleite und die anschließende Finanzkrise vorerst nur im Hochpreisbereich überwunden. Das süddeutsche Publikum gilt als eher konservativ ausgerichtet. So fehlen spektakuläre Inszenierungen und stellenweise mischt sich Beliebiges unter starke Positionen.

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