Murano Glas
Kugelschliff auf getöntem Glas

Das Münchener Auktionshaus Quittenbaum ist Spezialist für Murano-Glas und Design. Dass der Markt für die italienische Glaskunst wieder anzieht, hat die jüngste Versteigerung gezeigt. Die Sammler kamen aus Deutschland und Europa. Auch das Design kommt aus der Flaute heraus.
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MÜNCHEN. Sammler, die sich von der italienischen Glaskunst des 20. Jahrhunderts verführen lassen, sterben offenbar nicht aus. Insbesondere Murano-Glas erfreut sich steter Beliebtheit, was für einen stabilen Markt sorgt. Die jüngste Versteigerung von Quittenbaum in München am 21. September lieferte Anhaltspunkte, dass es weiter aufwärts geht.

Es waren überwiegend deutsche und europäische Privatsammler, die das qualitätvolle Angebot von insgesamt 300 Losen an Murano-Glas sehr gut aufnahmen. In eine renommierte europäische Glas-Sammlung ging die schlichte Unikat-Vase "inciso" von Carlo Scarpa. 1940 entworfen, wurde sie vom Meistergraveur Franz Pelzel mit Kugelschliffen versehen. Der Hammel fiel für das elegante Objekt bei 60.000 Euro (ohne Aufgeld), ein Preis, der alle Beteiligten überraschte und sich international sehen lassen kann. Vielleicht trug dazu auch seine attraktive Schätzung von 20.000 bis 24.000 Euro bei.

Barovier schmolz Rosen auf das Glas

Von Ercole Barovier stammt eine frühe Murrinen-Vase mit aufgeschmolzenen Rosen (1914), die 16.000 Euro einspielte, deutlich mehr als das doppelte der Taxe (6.000/7.500). Seine rund zehn Jahre später entworfene Vase "vetro mosaico", die in der Auffassung viel freier ist, kam auf 25.000 Euro (8.000/10.000).

Auktionator Askan Quittenbaum rief auch 50 ausgesuchte Positionen einer italienischen Privatsammlung von Murano-Glas auf, deren beste Zuschläg jedoch höchstens die untere Taxe erreichten. Rund 60 Prozent konnte Quittenbaum aus diesem Angebot absetzen, inklusive der unter Vorbehalt zugeschlagenen Objekte.

Amerikanischer Entwerfer für Venini

Thomas Stearns' Vase "incalmo" blieb mit 10.500 Euro im Rahmen der unteren Taxe. Stearns war der erste Amerikaner, der für die Manufaktur Venini entwarf. Auch die ausgefallene, mit Applikationen verzierte Vase von Libero Vitali wurde zur unteren Taxe von 7.200 Euro verkauft. Das teuerste Objekt der Sammlung, die sehr seltene, große Schale mit "Eldorado"-Dekor von Dino Martens, blieb deutlich unter Taxe. Ein Bieter bewilligte 17.000 Euro, 24.000 bis 26.000 Euro waren erwartet worden.

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Kugelschliff auf getöntem Glas

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