Museum Ludwig, Köln
Yilmaz Dziewior ist der neue Direktor

Den vakanten Direktorenposten am Museum Ludwig in Köln übernimmt Yilmaz Dziewior. Der gebürtige Bonner hat sich als Kurator von Ausstellungen einen Namen gemacht, die sich mit den gesellschaftlichen Themen der Zeit auseinandersetzen.
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KölnWenige Monate nach dem überraschenden Rückzug Philipp Kaisers vom Amt des Direktors am Kölner Museum Ludwig, hat das renommierte Haus einen Nachfolger bestimmt. Ab 1. Februar 2015 wechselt Yilmaz Dziewior, seit 2009 amtierender Leiter des Kunsthauses Bregenz, an den Rhein.

Der gebürtige Bonner mit türkischen und polnischen Wurzeln, Jahrgang 1964, lenkte vor seiner Bregenzer Zeit acht Jahre lang den Kunstverein in Hamburg. Dort lehrte er parallel auch als Professor für Kunsttheorie an der Hochschule für bildende Künste. 1996 bis 1999 war er schon einmal am Museum Ludwig tätig – als freier Mitarbeiter und Kurator des zeitgenössischen Teils der Ausstellung „Kunstwelten im Dialog. Von Gauguin zur globalen Gegenwart“.

In Bregenz zeigt Dziewior zurzeit die politisch inspirierte Künstlerin Maria Eichhorn und den amerikanischen Maler Richard Prince, der mit verfremdeten Werbebildern bekannt geworden ist. Das Interesse an einer Kunst, die sich an den gesellschaftlichen Themen der Gegenwart reibt, spiegelt sich auch in den Bregenzer Ausstellungen über Ai Weiwei, Valie Export und Barbara Kruger. Dass die Perspektive des Kurators über die abendländischen Grenzen hinausreicht, zeigen vor allem seine frei kuratierten Ausstellungsprojekte unter anderem in Beirut, Kairo und Hongkong.

Kulturübergreifender Ansatz

Dziewior könnte vor diesem Hintergrund eine ideale Besetzung für die Ludwig-Sammlung sein, die dank der Ankaufspolitik ihres Gründers Peter Ludwig auch die Kunst Südamerikas, Asiens und Afrikas beinhaltet. Entsprechend äußerte sich der designierte Museumsdirektor bei seiner Vorstellung heute in Köln: Er wolle vermehrt Kunst aus Afrika, Lateinamerika und Asien in das Programm integrieren, erklärte Dziewior, und er freue sich sehr, die Verantwortung für das Haus mit seinen bedeutenden Werken von Pablo Picasso, Pop Art und russischer Moderne zu übernehmen. In ähnliche Richtung würdigte auch Susanne Laugwitz-Aulbach die Entscheidung für den Bregenzer Museumsmann: „Mit Dr. Yilmaz Dziewior wird eine international anerkannte Persönlichkeit Direktor des Museum Ludwig, die selbst verschiedene Kulturen in sich vereinigt, über einen langjährigen Erfahrungsschatz als erfolgreicher Kurator und Museumsdirektor verfügt und Köln, der Rheinschiene und dem Hause selbst eng verbunden ist“, erklärte die Beigeordnete für Kunst und Kultur. Sein Blick auf das Museum Ludwig werde "diese Institution neu erstrahlen lassen“.

Gute finanzielle Basis

Zugleich gab Laugwitz-Aulbach bekannt, dass die Peter und Irene Ludwig Stiftung den Ankaufsetat des Museum Ludwig ab
2015 für weitere vier Jahre (mit Option auf Verlängerung) mit jeweils 500.000 Euro ausstatte und die Stadt Köln diesen Betrag auf eine Million Euro im Jahr erhöhe. Der Förderverein Gesellschaft für Moderne Kunst hat für die nächsten drei Jahre 100.000 Euro in Aussicht gestellt, eine Summe, die von der Stadt verdoppelt wird. Zusätzliche Mittel für Sonderausstellungen in Höhe von je 125.000 Euro sollen in den kommenden vier Jahren von der Ludwig-Stiftung kommen, darunter 150.000 Euro für die Pop Art-Schau und 90.000 Euro für die Einzelausstellung über Sigmar Polke.

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