Museumsweihen Der Vorreiter für die Art Brut

Die Kunst von nicht-akademischen Künstlern, die Art Brut, ist seit 100 Jahren ein begehrtes Sammelobjekt. Eine Vorreiterrolle hat das Museum von Lille übernommen, das zeitgenössische Kunst und Art Brut unter einem Dach zeigt.
  • Olga Grimm-Weissert
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Blick in die Ausstellung des "LaM" in der Nähe von Lille. Quelle: dpa

Blick in die Ausstellung des "LaM" in der Nähe von Lille.

(Foto: dpa)

LILLE. Einzigartig ist bislang die Kombination von moderner und zeitgenössischer Kunst in Verbindung mit Art Brut unter einem Dach, in einem Museum. Unter Art Brut versteht man die Kunst von Laien, die keine akademische Ausbildung genossen haben. Sie wird seit 100 Jahren gesammelt. Das im nordfranzösischen Villeneuve d'Ascq (bei Lille) gelegene "LaM" ist das Mekka für die wilde, rohe und ursprüngliche Kunst der Außenseiter. Hinter der originelle Abkürzung verbirgt sich "Lille Metropole Museum für moderne und zeitgenössische Kunst und Art Brut". Ende September öffnete das erweiterte "LaM" seine neuen Gebäude und den Skulpturenpark. Auf einer Fläche von insgesamt 11.600 Quadratmetern präsentiert das "LaM" die erste und bedeutendste öffentliche Sammlung von Art Brut in Frankreich.

Reiches Erbe eines Vereins

Die Sammlung mit Kunst von Außenseitern ist seit 1999 im Museum. Aufgebaut hat sie fast 20 Jahre lang der Verein L'Aracine, der seinen einzigartigen, international ausgerichteten Bestand an Art Brut der Stadt und der Region Lille übergab. Nicht nur die Zahlen sind beeindruckend, 3.500 Werke von 170 Künstlern, sondern auch die Qualität der Outsider-Werke. Rund 400 Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Objekte sind jetzt in acht Sälen ausgestellt. Der Parcours ist bewusst so angelegt, dass die temporäre Ausstellung mit dem Titel "Poetisch wohnen" und die Art Brut-Säle nahtlos ineinander übergehen.

Skulpturen aus Computerschrott

Faszinierend sind die Totem-ähnlichen Skulpturen von Theo Wiesen und die Metall-Skulpturen des geheimnisvollen A.C.M. Hinter den drei Buchstaben stehen Alfred und seine Frau Corinne. M steht für Marié/verheiratet, denn der behinderte Alfred korrespondiert nur über seine Frau mit der Außenwelt. Die aus Computerschrott gebauten Skulpturen von A.C.M. haben phantasievolle Gemeinsamkeiten mit dem traumähnlichen Gebäudekomplex, den sich einst der Briefträger Cheval in Mittelfrankreich erbaute. Im "LaM" ist das "Palais" des Facteur Cheval neben anderen poetischen Bauten als Fotografie präsent.

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