Musiker ausgezeichnet Bob Dylan erhält Nobelpreis für Literatur

Die Jury hat es spannend gemacht in diesem Jahr, doch nun steht fest: Der Nobelpreisträger für Literatur heißt 2016 Bob Dylan. Die Auszeichnung für den US-Musiker kann als Außenseitersieg gelten.
Update: 13.10.2016 - 13:49 Uhr 1 Kommentar

Wahre Überraschung: Literaturnobelpreis für Bob Dylan

Wahre Überraschung: Literaturnobelpreis für Bob Dylan

StockholmMit dem Literaturnobelpreis wird dieses Jahr der Musiker Bob Dylan ausgezeichnet. Er erhält die Auszeichnung „für das Erschaffen neuer poetischer Ausdrucksweisen in der großen amerikanischen Song-Tradition“, heißt es in der Begründung der schwedischen Akademie. Dylan galt seit Jahren als ein Anwärter auf den Literaturnobelpreis. Dennoch zeigten sich viele Literaturexperten in Schweden direkt nach der Bekanntgabe überrascht. „Die Schwedische Akademie scheint neues Terrain beschreiten zu wollen“, erklärte ein Literaturkritiker im schwedischen Radio. Es ist das erste Mal, dass ein Songwriter mit der höchsten literarischen Auszeichnung geehrt wird.

Die Schwedische Akademie würdigt neben den oft gesellschaftskritischen Texten von Dylan auch dessen Musik und spricht von vielen „Meisterwerken“. Dazu zählen nach Meinung der Jury die Alben „Oh Mercy“ (1989), „Time Out of Mind“ (1997) und „Modern Times“ von 2006. „Dylan hat den Status einer Ikone“, schreibt die Schwedische Akademie.

Das sind die Nobelpreisträger 2016
Literaturnobelpreis: Bob Dylan
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Rund 20 Jahre lang wurde Bob Dylan mit schöner Regelmäßigkeit für den Nobelpreis vorgeschlagen, doch stets ging er am Ende leer aus. Zu gewagt erschien es der Jury, einem Musiker – und sei es auch der berühmteste Songschreiber überhaupt – die höchste Literaturauszeichnung der Welt zuzuerkennen. Wenige Monate nach Dylans 75. Geburtstag hat sie sich getraut, nun hat er wirklich alles erreicht. Für die Verleihung des Preises hat Dylan allerdings abgesagt. Wann und wie der US-Rockpoet seinen Nobelpreis erhält, ist unklar.

Bob Dylan
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Der in Duluth im US-Bundesstaat Minnesota als Robert Allen Zimmerman geborene Musiker  benannte sich vermutlich nach einem literarischen Idol um, dem walisischen Dichter Dylan Thomas. Sein musikalischer Erfolg stellte sich mit dem Song „Blowin' In The Wind“ (1963) ein. Später mutierte er zum Rockmusiker mit elektrischer Gitarre, komponierte und textete Mitte, Ende der 60er Jahre Album- und Songklassiker in Serie. Seine mit Metaphern, Symbolen und Anspielungen durchsetzten Texte sind bis heute von beispielloser Qualität.

Nobelpreis für Wirtschaft
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Oliver Hart und Bengt Holmström für ihre Beiträge zur Kontrakttheorie.

Bengt Holmström
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Bengt Robert Holmström ist Wirtschaftsprofessor an der renommierten US-Eliteuniversität MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge bei Boston. Der 67-jährige Finne war schon als hochdekorierter Vertreter seines Berufsstandes bekannt, bevor er für seine Arbeit zur Vertragstheorie den Wirtschaftsnobelpreis 2016 gewann. Holmströms Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, er hält mehrere Ehrendoktor-Titel, unter anderem von der Stockholm School of Economics.

Bengt Holmström
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Als Dozent und Professor prägte der am 18. April 1949 geborene Holmström gleich mehrere Top-Adressen der US-Wirtschaftslehre. 1978 machte der auf Mikro-Theorie spezialisierte Ökonom seinen Doktor der Wirtschaftswissenschaften an der Stanford Universität in Kalifornien. Von 1979 bis 1982 lehrte er an der Kellogg Grad School of Management, von 1983 bis 1994 an der Elite-Universität Yale. Von 1999 bis 2012 war er Aufsichtsrat des finnischen Telekom-Konzerns Nokia. Mit seiner Frau Anneli hat er ein Kind: Sohn Sam wurde 1974 geboren.

Oliver Hart
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Oliver Hart ist seit 1993 Wirtschaftsprofessor an der Harvard-Universität in Cambridge bei Boston, die als eine der besten Adressen weltweit gilt. Der 68-jährige US-Ökonom mit britischen Wurzeln ist Experte für Unternehmenslehre mit Schwerpunkten wie Vertragstheorie, Rechtsfragen und Privatisierung. Außerdem soll er ein passionierter Tischtennis-Spieler sein.

Oliver Hart
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Hart studierte Mathematik und Ökonomie in England (Cambridge und Warwick), bevor er 1972 an der US-Eliteuni Princeton seinen Doktor machte. Nachdem er für einige Jahre als Professor an der London School of Economics lehrte, kehrte der Wirtschaftsforscher 1984 in die USA zurück, wo er zunächst am renommierten MIT unterrichtete. Hart, der 1995 selbst ein Lehrwerk zur Vertragstheorie veröffentlichte, ist mit einer US-Schriftstellerin verheiratet und hat zwei Söhne.

„Sein Einfluss auf die zeitgenössische Musik ist enorm, und er ist ein Objekt eines stetigen Stroms an Sekundärliteratur“, heißt es weiter. Tatsächlich hat Dylan die Pop-, Rock- und Bluesmusik geprägt wie kaum ein anderer Musiker. Schon in den 1960-er Jahren wurde er mit Songs wie „Blowing in the wind“ und „The times they are a changin'“ zur Ikone der Friedensbewegung. Später nahm er mit der kanadisch-amerikanischen Gruppe „The Band“ zahlreiche Alben auf und ging mit ihr auch auf Tour.

Dylan wurde am 24. Mai 1941 in Duluth, Minnesota geboren. Bereits als Teenager spielte er in verschiedenen Bands. 1961 zog er nach New York und spielte dort in Klubs und Cafés. Seine erste Platte veröffentlichte Dylan 1962. Sie trug nur seinen Namen. Neben unzähligen weiteren Platten schrieb Dylan mehrere Bücher. Auf Deutsch erschienen „Texte und Zeichnungen“ (1975), „Tarantel“ (1976), „Songtexte 1962-1985“ (1987), „Lyrics“ (2004) und „Chronicles Vol. 1“ (2004).

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  • Das ist eine sehr gute Entscheidung und ein würdiger Preisträger!

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