Musikpreis
Die Toten Hosen gewinnen die meisten Echos

Sie gingen als Favoriten ins Rennen, und enttäuschten nicht: Die Toten Hosen gingen mit vier Preisen nach Hause. Eine Debatte über eine angeblich der Rechtsextremen Szene nahe Band überschattete den Abend.
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BerlinDie Toten Hosen haben bei der Echo-Verleihung 2013 die meisten Preise abgeräumt. Die Düsseldorfer Punkrocker wurden beim Deutschen Musikpreis als beste deutsche Rockgruppe sowie für das Album des Jahres („Ballast der Republik“) und den Hit des Jahres („Tage wie diese“) geehrt. Am Vorabend hatten sie bereits zusammen mit Vincent Sorg den Produzenten-Echo erhalten.

Über jeweils mehrere Echos konnten sich auch der Stuttgarter Rapper Cro, die Amerikanerin Lana del Rey sowie die Schlagersängerin Helene Fischer freuen. Die 28-jährige Fischer moderierte in diesem Jahr auch die Show. Die ARD übertrug live aus Berlin.

Der Echo versteht sich als deutsche Antwort auf die Grammys und die Brit Awards. Er wird in 27 Kategorien vergeben. Die Deutsche Phono-Akademie ehrt die erfolgreichsten Musiker aus Pop, Rock und Volksmusik. Die Nominierungen orientieren sich an den Verkaufszahlen.

Campino von den Toten Hosen durfte auch den Preis fürs Lebenswerk an die britische Rockband Led Zeppelin überreichen: „Sie waren Vorreiter und Pioniere des Hardrock und Heavy-Metal.“ Sie seien Inspiration für viele andere Bands der Musikgeschichte gewesen.

Später sang Campino zusammen mit Hannes Wader (70) dessen Klassiker „Heute hier, morgen dort“. Der Liedermacher Wader hatte zuvor den nationalen Lebenswerk-Echo von seinem Kollegen Reinhard Mey (70) übergeben bekommen. Sichtlich bewegt dankte Wader für den großen Zuspruch. „Ich guck mir das morgen alles in Ruhe auf YouTube an.“

Irritationen löste der Preis „Rock/Alternative national“ aus, der an die Aachener Band Unheilig und ihren Frontmann Der Graf ging. Die anderen Kandidaten dieser Kategorie wurden nicht einmal erwähnt. Zu ihnen gehörten neben den Ärzten die Bands Kraftklub und MIA., die vor dem Echo einen Eklat ausgelöst hatten, als sie gegen die Nominierung der Südtiroler Band Frei.Wild protestiert hatten. Sie warfen der Band Nähe zur rechten Szene vor.

Frei.Wild hatte wiederholt betont, sich von rechtem Gedankengut zu distanzieren. Sänger Philipp Burger habe sich bereits vor 15 Jahren von seiner Vergangenheit als Skinhead gelöst.
Trotzdem schloss die Deutsche Phono-Akademie die Band vom Echo aus: Es gebe die Sorge, dass die Debatte den Echo und seine Teilnehmer beschädigen könne, hieß es zur Begründung. Vor Beginn der Gala demonstrierten rund 200 Frei.Wild-Fans an den Berliner Messehallen für die Band.

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