Nach 60 Jahren
Nofretete kehrt kehrt auf die Berliner Museumsinsel zurück

Die Büste der altägyptischen Königin Nofretete kehrt nach 60 Jahren diesen Samstag auf die Berliner Museumsinsel zurück. Der Kunstschatz steht im Alten Museum in einer meterhohen Glasvitrine hinter Panzerglas.

BERLIN. „Dieser Tag ist für uns das Ende der Nachkriegszeit“, sagte der Direktor des Ägyptischen Museums, Dietrich Wildung, am Freitag. Der weltberühmte Kopf aus dem Jahr 1347 v. Chr. war 1939 zum Schutz vor Bombenangriffen ausgelagert worden und wurde dann 40 Jahre im Östlichen Stülerbau am Schloss Charlottenburg gezeigt.

Neben der Büste von Königin Nofretete, Gemahlin von König Echnaton und Stiefmutter des Tut-ench-Amun, sind weitere 1200 ägyptische Kunstschätze ausgestellt. Dazu zählen Sarkophage und Juwelen, Papyri, Skulpturen und Tonscherben. Im Jahr 2009 wird die Sammlung erneut umziehen und ihren endgültigen Platz dann im benachbarten Neuen Museum finden, das zurzeit renoviert wird. Etwa 50 Prozent des Bestandes der ägyptischen Sammlung könne deshalb im Moment noch nicht gezeigt werden, sagte Wildung. Das Neue Museum beherbergte die Sammlung von 1850 bis zu ihrer Evakuierung 1939.

Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) betonte, die Bundesregierung stehe zu der Herausforderung des Wiederaufbaus der Museumsinsel. „Wir verteidigen die Sanierung und Erweiterung aller Teile der Museumsinsel und wollen sie mit einer „Archäologischen Promenade“ verbinden“, erklärte Weiss zur Eröffnung laut vorab verbreitetem Redetext. Ende August will Weiss zusammen mit Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) eine Machbarkeitsstudie zum geplanten Humboldt-Forum auf dem Schlossareal vorstellen, das Museumsbestände mit wissenschaftlichen Einrichtungen kombinieren soll.

„Mit der Rückkehr der Ägyptischen Sammlungen schließen wir eine der ärgsten Kriegswunden der Staatlichen Museen“, sagte Weiss. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die geteilte ägyptische Sammlung im Ost- Berliner Bodemuseum und im Stülerbau im Westteil der Stadt Platz. „Das Alte Museum ist jetzt wirklich wieder ein Universalmuseum der Antike“, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster.

Die Nofretete-Büste war in der Nacht zum Freitag unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen vom Kulturforum am Potsdamer Platz in das etwa vier Kilometer entfernte Alte Museum auf der Spreeinsel transportiert worden. An der provisorischen Zwischenstation am Kulturforum hatten seit März rund 120 000 Menschen die Schöne vom Nil bewundert.

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