Nach langem Schweigen

Bob Dylan akzeptiert den Nobelpreis

Bob Dylans Schweigen über die Verleihung des Literaturnobelpreises hatte für Verstimmung gesorgt. Jetzt erklärte der Musiker, er nehme die Auszeichnung an. Es sei „kaum zu glauben“, dass er den Preis bekommen habe.

Nobelpreise in Stockholm und Oslo verliehen

Nobelpreise in Stockholm und Oslo verliehen

StockholmNach wochenlangem Schweigen hat Bob Dylan die Schwedische Akademie wissen lassen, dass er sich über die Verleihung des Literaturnobelpreises freue und ihn annehme. Die Sekretärin der Akademie, Dara Danius, teilte mit, Dylan habe das Komitee persönlich kontaktiert und mitgeteilt, dass er „natürlich“ die Auszeichnung akzeptiere.

In der am Freitag auf der Webseite der Akademie veröffentlichten Mitteilung wird der Rock-Dichter mit den Worten zitiert: „Ich schätze die Ehre so sehr.“ Die Nachricht über die Auszeichnung habe ihn sprachlos gemacht.

Ob Dylan aber am 10. Dezember zu der Verleihung der Nobelpreise nach Stockholm kommen werde, stehe noch nicht fest, sagte Danius. In einem Interview mit der britischen Zeitung „The Telegraph“ sagte Dylan, er würde „absolut“ gerne zur Verleihung kommen, „falls das überhaupt möglich ist“. Dass er Preis bekommen habe, sei „kaum zu glauben.“

Das sind die Nobelpreisträger 2016
Literaturnobelpreis: Bob Dylan
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Rund 20 Jahre lang wurde Bob Dylan mit schöner Regelmäßigkeit für den Nobelpreis vorgeschlagen, doch stets ging er am Ende leer aus. Zu gewagt erschien es der Jury, einem Musiker – und sei es auch der berühmteste Songschreiber überhaupt – die höchste Literaturauszeichnung der Welt zuzuerkennen. Wenige Monate nach Dylans 75. Geburtstag hat sie sich getraut, nun hat er wirklich alles erreicht. Für die Verleihung des Preises hat Dylan allerdings abgesagt. Wann und wie der US-Rockpoet seinen Nobelpreis erhält, ist unklar.

Bob Dylan
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Der in Duluth im US-Bundesstaat Minnesota als Robert Allen Zimmerman geborene Musiker  benannte sich vermutlich nach einem literarischen Idol um, dem walisischen Dichter Dylan Thomas. Sein musikalischer Erfolg stellte sich mit dem Song „Blowin' In The Wind“ (1963) ein. Später mutierte er zum Rockmusiker mit elektrischer Gitarre, komponierte und textete Mitte, Ende der 60er Jahre Album- und Songklassiker in Serie. Seine mit Metaphern, Symbolen und Anspielungen durchsetzten Texte sind bis heute von beispielloser Qualität.

Nobelpreis für Wirtschaft
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Oliver Hart und Bengt Holmström für ihre Beiträge zur Kontrakttheorie.

Bengt Holmström
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Bengt Robert Holmström ist Wirtschaftsprofessor an der renommierten US-Eliteuniversität MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge bei Boston. Der 67-jährige Finne war schon als hochdekorierter Vertreter seines Berufsstandes bekannt, bevor er für seine Arbeit zur Vertragstheorie den Wirtschaftsnobelpreis 2016 gewann. Holmströms Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, er hält mehrere Ehrendoktor-Titel, unter anderem von der Stockholm School of Economics.

Bengt Holmström
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Als Dozent und Professor prägte der am 18. April 1949 geborene Holmström gleich mehrere Top-Adressen der US-Wirtschaftslehre. 1978 machte der auf Mikro-Theorie spezialisierte Ökonom seinen Doktor der Wirtschaftswissenschaften an der Stanford Universität in Kalifornien. Von 1979 bis 1982 lehrte er an der Kellogg Grad School of Management, von 1983 bis 1994 an der Elite-Universität Yale. Von 1999 bis 2012 war er Aufsichtsrat des finnischen Telekom-Konzerns Nokia. Mit seiner Frau Anneli hat er ein Kind: Sohn Sam wurde 1974 geboren.

Oliver Hart
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Oliver Hart ist seit 1993 Wirtschaftsprofessor an der Harvard-Universität in Cambridge bei Boston, die als eine der besten Adressen weltweit gilt. Der 68-jährige US-Ökonom mit britischen Wurzeln ist Experte für Unternehmenslehre mit Schwerpunkten wie Vertragstheorie, Rechtsfragen und Privatisierung. Außerdem soll er ein passionierter Tischtennis-Spieler sein.

Oliver Hart
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Hart studierte Mathematik und Ökonomie in England (Cambridge und Warwick), bevor er 1972 an der US-Eliteuni Princeton seinen Doktor machte. Nachdem er für einige Jahre als Professor an der London School of Economics lehrte, kehrte der Wirtschaftsforscher 1984 in die USA zurück, wo er zunächst am renommierten MIT unterrichtete. Hart, der 1995 selbst ein Lehrwerk zur Vertragstheorie veröffentlichte, ist mit einer US-Schriftstellerin verheiratet und hat zwei Söhne.

Die schwedische Akademie hatte dem 75-jährigen Songwriter den Literaturnobelpreis für seine poetischen Neuschöpfungen in der US-Songtradition zuerkannt. Es ist das erste Mal, dass ein Songwriter die Ehrung erhielt.

Dylans langes Schweigen zu der Auszeichnung hatte Verstimmung unter Akademiemitgliedern ausgelöst. Das Verhalten des Rockmusikers sei „unhöflich und arrogant“, sagte ein Wissenschaftler.

Dylan hat eine Reihe von Preisen in den vergangenen Jahren angenommen, darunter den höchsten amerikanischen Orden, die Freiheitsmedaille, 2012. Im Jahr darauf wurde er zum Ehrenmitglied der elitären American Academy of Arts and Letters gewählt. Nach Angaben von Direktorin Virginia Dajani wurde Dylan im Januar 2013 über seinen Manager Jeff Rosen über die Ehrung informiert. Erst im Mai habe Dylan reagiert, über seinen Manager.

  • ap
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