Nachbericht
München verkraftet drei parallele Messen

Was vor einem Jahr noch nach Spaltung und Streit aussah, scheint dem Zielpublikum in München entgegenzukommen: die Dreiteilung in eine museale Kunst- und Antiquitätenmesse, eine für den kunstsinnigen Bürger und eine, die auch im vierstelligen Preisbereich breit sortiert ist. Die Bilanz der drei Veranstalter fällt durchweg positiv aus.
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DÜSSELDORF. Die Veranstalter der drei Messen „Highlights“, der Kunst-Messe im Postpalast und der Messe für Kunst- und Antiquitäten auf dem Nockherberg ziehen eine positive Bilanz, was Zuspruch, Besucherzahlen und Verkäufe betrifft. Das müssen sie auch, Optimismus ist eine Qualifikation zum Kunsthändler.

Positiv ist es eben auch, wenn trotz der hohen Anfangsinvestitionen in die „Highlights“ zwar einige, aber nicht so viele Kunstwerke als verkauft melden können wie gewünscht. So ist das auf Messen. Erst im Nachgang wird so mancher Verkauf realisiert, der sich im schönsten Messeambiente angebahnt hat.

Manuel Ludorff, Düsseldorf, freut sich wie viele andere Aussteller über neue Sammlerkontakte und das „große Potenzial der Messe“. Er konnte ein Liebermann- und ein Max-Ernst-Gemälde verkaufen. Der Skulpturenhändler Bernhard Decker, Frankfurt, hatte renommierte Museumsleute an seinem Stand mit Skulptur und Alten Meistern. Angereist waren die auch wegen des Colloquiums im Bayerischen Nationalmuseum zur Elfenbeinkunst, das Händler Georg Laue initiierte. Optimierungsfähig ist sicher der Anschluss des von so manchem Flaneur übersehenen Terrassensaals an das Zentrum der „Highlights“.

Dass der Absatz auf der Nockherbergmesse und auf der Kunst-Messe München flüssiger war, liegt auch an deren Preisniveau und Zielgruppen. Deutsche Kunstfreunde geben vier- und fünfstellig Summen aus, nur in Ausnahmen mehr. Dazu zählen im Postpalast die 320 000 Euro für eine Winterlandschaft von Alfons Walde bei Walter Moskat. Thomas Schmitz-Avila vermittelte einen aufwendigen Breslauer Dielenschrank, Albrecht Neuhaus einen Deckelhumpen aus Riga (100 000 Euro).

Gesucht waren auf der Kunst Messe München Meissen-Porzellan (Kunsthandel Langeloh, Frank Oberacker), Jagdgemälde (Ulf Härtl), deutsches Silber (Schepers) und Gemälde der Klassischen Moderne. Hier reüssierten Kovacek aus Wien, die Galerie Schwarzer aus Düsseldorf mit Feininger-Arbeiten, die Galerie Koch, Hannover, mit Zeichnungen von Kirchner und Picasso.

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