Nagel Auktionen
Im Auge des Ästheten

Tuschmalerei von Qi Baishi, sino-tibetische Bronzen und ein Kastenschrank mit Drachenschnitzereien gehören zu den Top-Losen der Asiatika-Auktion bei Nagel. Mindestens 800.000 Euro erwartet das Stuttgarter Auktionshaus allein für die Objekte aus der Sammlung des Hamburger Designers Peter Schmidt.
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StuttgartKunst aus China erzielt weltweit immer noch spektakuläre Höchstpreise. Wer jetzt verkauft, kann mit großen Gewinn-Margen rechnen. Doch das war nicht der Grund für den Hamburger Designer Peter Schmidt, seine Sammlung aufzulösen und teilweise bei Nagel in Stuttgart einzuliefern. Der fast 75-jährige, der durch Verpackungen und Corporate Identity-Design für Jil Sander und Hugo Boss oder Wortmarken für Gabriele Strehle (Strenesse) zum heimlichen Guru der Werbe- und Design-Szene aufstieg, sucht noch einmal die Veränderung und gibt seine Villa auf.

„Wenn man eine Zeit mit einer Sammlung gelebt hat, muss man den Mut haben, sie weiterzugeben“, sagte Schmidt gegenüber dem Handelsblatt. Einen Großteil der japanischen und buddhistischen Kunst stiftete er dem Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Bei Nagel kommen am 2. Auktionstag, dem 2. November, mehr als 120 vorwiegend chinesische Sammlungsstücke unter den Hammer, darunter hochkarätige Bronze-Skulpturen, Seidenmalereien und frühe Porzellane aus dem 17. Jahrhundert.

Suche nach der absoluten Form

Wer den edel aufgemachten Sonderkatalog durchblättert, spürt das Auge des Ästheten. Perfekt ausgeführte Porzellane spiegeln auf gewisse Weise Schmidts eigene berufliche und persönliche Suche nach der absoluten Form. So zum Beispiel die balusterförmige, etwa 800 bis 1000 Jahre alte Meiping-Flasche oder ein flacher, gelb glasierter kaiserlicher Teller aus dem frühen 16. Jahrhundert, die jeweils zum Schätzpreis von 8.000 bis 12.000 Euro aufgerufen werden. „Aber“, so ergänzt Nagels Asiatika-Spezialist Michale Trautmann im Gespräch mit dem Handelsblatt, “es ist auch die Sammlung eines Kenners.“

Bronze-Skulpturen von einer hohen Qualität wie die im Gestus schwungvolle tibetische Skulptur des Buddhas Shakyamuni aus dem 14./15. Jahrhundert kommen selten auf den Markt. Geschätzt wurde sie auf 60.000 bis 100.000 Euro. Dasselbe gilt für den von meditativem Habitus bestimmte, sitzenden Shakyamuni aus dem China des 16. Jahrhunderts, der eine Taxe von 80.000 bis 150.000 Euro hat. Laut Trautmann gehören Bronzen momentan zu den gefragtesten Asiatika.

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