Nagel Auktionen
Qualitätsofferte pusht Umsatz hoch

Das Auktionshaus Nagel in Stuttgart schraubte das Niveau seines Moderne-Angebots nach oben und erntete Erfolg. Mit einem Bruttoumsatz von 2 Millionen Euro fährt der schwäbische Versteigerer eines seiner besten Ergebnisse für moderne Kunst ein.
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MünchenVor etwa 15 Jahren etablierte der traditionsreiche Stuttgarter Versteigerer Nagel Auktionen seine Sparte Moderne Kunst. Das Engagement in diesem Segment scheint langsam Früchte tragen. Marktbeobachter  waren sich einig, dass der Versteigerer aus Stuttgart am 27. Juni eine seiner bislang besten Offerten auf diesem Gebiet zum Aufruf brachte. Vier Zuschläge im meist unteren sechsstelligen Bereich haben das Potenzial der Sparte bewiesen.

Teuerstes Gemälde der Auktion wurde mit 399.000 Euro inklusive Aufgeld Lovis Corinths Stillleben „Zinnien“ (Taxe: 300.000 Euro) aus dem Jahre 1924.  Eine mehr als hundertprozentige Steigerung verzeichnete Nagel  mit Giacomo Ballas dynamischer, geometrischer Komposition „Linee mandamentali + luce“. Das unterkühlte Gemälde des italienischen Futuristen aus dem Jahr 1924 erzielte einen Bruttopreis von 133.000 Euro. Von geschätzten 80.000 Euro auf einen Hammerpreis von 120.000 Euro (inklusive Aufgeld ca. 160.000 Euro) wurde Max Liebermanns mittelformatige „Große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern“  von 1923 gehoben. Sein reizender und mit Provenienzen von Paul Cassirer bis zum New Yorker Mäzen Erich Cohn versehener „Esel in den Dünen“ wurde im Bereich der Taxe für ca. 64.000 Euro weitergereicht. Zum Quartett der sechsstelligen Ergebnisse gehört ebenfalls Emil Noldes leuchtendes Aquarell einer Marschlandschaft von 1930/35. Das Blatt ging für 133.000 Euro an einen neuen Besitzer.

Umsatz mit ausgewählten Werken

Nagel hatte seine Top-Lose erstmals in einem Katalog mit etwa 60 ausgewählten Werken zusammengestellt. Enthalten waren auch Rudolf Bauers Gouache „Sinfonie XIII“ (Taxe 8.000 Euro), die für 26.600 Euro brutto verkauft wurde, und Willi Baumeisters Gemälde „Eidos erdfarben“ aus der zwischen 1938 und 1940 entstandenen Werkgruppe der sog. Eidos-Bilder. Die anthropomorphe Abstraktion wurde von 25.000 Euro auf brutto 45.000 Euro gehoben. Bei den Expressionisten rief unter anderem Pechsteins Kreidelithographie „Sitzendes Mädchen“ von 1909 großes Interesse hervor. Für das seltene, auf 4.500 taxierte Blatt fiel der Hammer erst bei 14.500 Euro. Das sind mit Aufgeld  19.300 Euro.

Das Gros der Zuschläge aber lag häufig unter der 1.000 Euro-Grenze. Stark beboten wurde außerhalb des Sonderkatalogs  beispielsweise Otto Pienes regenbogenfarben leuchtendes Blatt „Ohne Titel“ von 1966. Es war einem Interessenten 6.600 Euro wert. Von 1.000 aufgerufenen Werken wurden insgesamt etwa 600 Lose für brutto 2 Millionen Euro versteigert, der Anteil der ausgewählten Werke daran beträgt 1,6 Millionen Euro.

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