Nagel
Starke Zuschläge für Asiatika

Frische Ware aus alten Sammlungen reizte im Auktionshaus Nagel vor allem chinesische Sammler.
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Der Sättigungsgrad chinesischer Sammler ist längst noch nicht erreicht. Mit einem Rekordpreis von 2,1 Millionen Euro für einen Zitan-Schrank sorgte das Auktionshaus Nagel in Stuttgart wieder einmal für Furore. Die Asiatika-Auktion im Mai spielte eine Gesamtsumme von etwa 17 Millionen Euro ein - inklusive 33 Prozent Aufgeld.

Mehr als 50 neue Depots zur Absicherung der Liquidität besonders ambitionierter Bieter aus China legte der Stuttgarter Versteigerer Nagel vor seiner Asiatika-Auktion an. Ein Zeichen dafür, dass der Markt weiterhin im Fluss ist. Und dass man immer noch bereit ist, Höchstsummen zu zahlen.

Wie etwa für jenen Zitan-Schrank aus der Qing-Dynastie aus altem deutschem Diplomatenbesitz, der letzte Woche mit dem atemberaubenden Brutto-Erlös von 2,1 Millionen Euro einen neuen Rekord lieferte. Nie zuvor wurde in einem deutschen Auktionshaus so viel für einen Kunstgegenstand aus Fernost bewilligt.

Im Preisbereich um 500.000 Euro hatten sich noch etwa 30 Interessenten engagiert. Dann bahnte sich das Duell zwischen zwei finanzstarken Unternehmern aus Hongkong an. Das Nachsehen hatte ein gern gesehener Nagel-Kunde. „Die Asiatika-Auktionen sind und bleiben Nagels wichtigstes Standbein", sagte Michael Trautmann, Asiatika-Experte des Hauses, gegenüber dem Handelsblatt.

Die erste Auktion dieser Sparte im Jahr 2012 hat mit etwa 17 Millionen Euro (inklusive Aufgeld) annähernd den gleichen Umsatz realisiert wie die Offerte im Herbst des Vorjahres. Mit einem Erlös von 1,2 Millionen Euro gehörte auch ein Paar Schränke aus dem 17. Jahrhundert zu den Spitzenobjekten der Auktion, bei dem sich ein europäischer Sammler durchsetzen konnte.

Der Sättigungseffekt bei Chinas Sammlern ist noch längst nicht erreicht. Als Beispiel dafür wertet Michael Trautmann auch das Ergebnis für einen kaiserlichen Weihrauchbrenner mit umlaufenden Schriftzeichen. Vor neun Jahren veräußerte Christie's in London dasselbe Objekt für 40.000 Pfund. In Stuttgart musste ein Sammler aus Hongkong jetzt 372.000 Euro investieren.

Außergewöhnliche Stücke haben ihre Zugkraft bewahrt. Mehr als das Vierfache der Taxe erzielte eine korallenrot glasierte Porzellanschale. Das meisterliche Stück asiatischen Purismus ging gegen einen Unterbieter aus Deutschland zu einem Bruttopreis von 226.000 Euro an einen chinesischen Sammler in New York.

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Ausbeute an sechsstelligen Ergebnissen bescheiden

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