Nazi-Propagandaminister
Keine Käufer für Liebesbriefe von Goebbels

Liebesbriefe von einem der größten Verbrecher des 20. Jahrhunderts: Ein Auktionshaus wollte Liebesbriefe von Nazi-Scharfmacher Joseph Goebbels verkaufen - doch niemand wollte so recht.
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New YorkLiebesbriefe und andere persönliche Dokumente von Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels haben in den USA keinen Käufer gefunden. „Der Schätzpreis von 200 000 bis 300 000 Dollar wurde leider nicht erreicht, da hat der Besitzer zurückgezogen“, sagte Andreas Kornfeld vom Auktionshaus Alexander Autographs in Stamford, nördlich von New York, am Donnerstag der dpa. Das Höchstgebot habe bei etwa 130 000 Dollar (gut 100 000 Euro) gelegen. Die etwa 100 Jahre alten Briefe waren ein Höhepunkt einer zweitägigen Auktion, die am Freitag enden sollte.

Unter den Dokumenten sind auch Gedichte und sogar Schulzeugnisse. Alle seien vor 1924 entstanden, also bevor Goebbels Mitglied der Nationalsozialisten wurde. Der berüchtigte Scharfmacher hatte sich 1945 das Leben genommen, als die Russen schon in Berlin standen. „Es sind einige tausend Seiten“, sagte Kornfeld. „Das meiste entstand zwischen 1914 und 1920.“

Das Auktionshaus bietet Hunderte Memorabilia an, vor allem Autogramme aller Art: Von Dutzenden US-Präsidenten, Astronaut Neil Armstrong, den Beatles oder Albert Einstein, auf Platten, Fotos oder gar Servietten. Auch ein Autogramm von Adolf Hitler (1800 Dollar) ist dabei. „Wir hatten auf einen Käufer aus Deutschland gehofft“, sagte Kornfeld. „Die Dokumente von Goebbels sind hochinteressant und bedürfen der wissenschaftlichen Auswertung. Ein Archiv oder eine Universität wären deshalb die Käufer unserer Wahl gewesen.“

Scharfen Protest gab es von jüdischen Organisationen. „Dem Auktionshaus geht es nur um das Geschäft mit den Nazisouvenirs“, sagte Menachem Rosensaft von einer Organisation von Holocaust-Überlebenden. „Juristisch haben sie ohne Frage das Recht, aus solch einem Verkauf Profit zu schlagen. Andere mögen letztlich entscheiden, ob sie auch das moralische Recht dazu haben.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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