Kultur + Kunstmarkt
Nemos Schöpfer rollen die Branche auf

Nur eine gute Flugstunde von Hollywood entfernt produzieren die Computerspezialisten von Pixar die charmantesten Animationsfilme der Gegenwart. Der neueste Streich Pixars ist nach dem Sensationserfolg von „Findet Nemo“ bereits in Arbeit.

Die neue Konzernzentrale in Emeryville, vor zwei Jahren von den knapp 700 Mitarbeitern bezogen, ist stolzes Symbol einer Firma, die sich mühsam an die Spitze geschuftet hat: 1986 von einer Hand voll Computervisionäre gegründet, hielt sich Pixar fast zehn Jahre lang mit dem Verkauf hauseigener Software und Werbefilmen über Wasser. Erst 1995 wurde man mit „Toy Story“ und einem Kooperationsvertrag mit dem mächtigen Disney-Konzern zu jenem viel bestaunten Animationsstudio, das seither ohne Ausnahme Hits produziert: „Das große Krabbeln“, „Toy Story 2“, „Die Monster AG“.

Pixars jüngster Streich, das Fischabenteuer „Findet Nemo“, hat sich im Winter zum erfolgreichsten Animationsfilm aller Zeiten aufgeschwungen. Nun hat „Nemo“ dem Pixar-Konzern nach drei Auszeichnungen für Kurzfilme und Innovation den vierten Oscar beschert.

Mit Spielzeug nahm der Pixar-Siegeszug seinen Ausgang. 1986 überredete Lucasfilm-Mitarbeiter und Computergrafik-Experte Ed Catmull den eben geschassten Apple-Mitbegründer Steve Jobs, die Computerabteilung von Lucasfilm für zehn Millionen Dollar zu erwerben. Unter dem Label „Pixar“ und der Regie von John Lasseter entstanden die Kurzfilme „Luxo junior“ (Berlinale-Bär 1987) und das oscargekrönte Werk „Tin Toy“ (1988). Daraus sollte später „Toy Story“ hervorgehen – der erste komplett im Computer produzierte Langfilm.

Lasseter, der auch „Toy Story 2“ und „Das große Krabbeln“ inszenierte und derzeit an einem Autofilm namens „Cars“ werkelt, ist heute kreativer Kopf des Unternehmens. Steve Jobs, mittlerweile in der Apple-Chefetage rehabilitiert, leitet die Geschäfte, und Ed Catmull überwacht die Entwicklung der hauseigenen Grafik-Software. Aktueller Unternehmenswert von Pixar: 4,5 Milliarden Euro. Größtes Gewicht gilt bei Pixar allerdings immer noch der Story. Legendär die Geschichte um „Toy Story 2“, als John Lasseter sein Team angesichts von Erzählschwierigkeiten kurzerhand von vorn anfangen ließ – neun Monate vor Terminschluss. Der Film wurde ein Bombenerfolg.

Jüngst hat Pixar seinem Vertriebspartner Disney die Zusammenarbeit aufgekündigt. Während die Suche nach einem neuen Partner in vollem Gange ist, ist der neueste Streich der Pixar-Leute bereits Produktion: „The Incredibles“, die Saga einer abgehalfterten Superheldenfamilie und Pixars erster zweidimensionaler Animationsfilm. Konkurrent Dreamworks ist mit seinem 2D-Film „Spirit – Der wilde Hengst“ jüngst kläglich gescheitert. Man darf gespannt sein, ob Pixar einmal mehr alle überraschen kann.

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