Neu im Kino: Oliver Stones "Alexander"
Größenwahn

Oliver Stone ist ein ehrgeiziger Regisseur. Er riskiert gerne große Sujets: Vietnam, Kennedy, Nixon, Castro. Und jetzt: Alexander.

Der Film beginnt mit Szenen aus der Kindheit des Eroberers: der übermächtige Vater, Philipp von Mazedonien (Val Kilmer), die von Ehrgeiz zerfressene Mutter, Königin Olympias (Angelina Jolie). Der junge Alexander (Colin Farrell), kaum ist er an der Macht, erobert die griechischen Stadt-Staaten, besiegt in der Schlacht von Gaugamela die Perser, zieht weiter und immer weiter nach Osten, bis Indien.

Acht Jahre ist er unterwegs, mit seinem Hof, mit seinen Soldaten, eine Art 'bewegliches Reich', bevor ihn, 32 ist er da erst, die Krankheit hinwegrafft. Wir sehen einen ernsthaften Historien-Film. Was Oliver Stone daran gereizt hat, ist zum einen Alexanders besessener Drang zum Erobern, seine Sieger-Attitude. Das ist gelungen. Zum andern ist es die Vision eines großen, viele Nationen umfassenden Reiches. Da lässt der Film offen, ob Alexander fremde Völker schlicht nur eroberte und versklavte.

Drittens schließlich zeigte sich Stone von Alexanders widersprüchlicher Persönlichkeit fasziniert. Aber auch hier bleiben viele Aspekte angedeutet (vor allem des Herrschers bisexuelle Neigungen). Die Schlachtszenen (Gaugamela, Indien) sind eindrucksvoll, die Bilder von Alexandria und Babylon sind phantastisch. Doch ein schlüssiger Blick auf Alexander ist nicht gelungen, trotz der drei Stunden, die der Film dauert.

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