Neue Gesellschaft übernimmt Auslands-Vertretung: Weiss: Das deutsche Kino kommt erst noch

Neue Gesellschaft übernimmt Auslands-Vertretung
Weiss: Das deutsche Kino kommt erst noch

Die parteilose Kulturstaatsministerin Christina Weiss sieht "die fetten Jahre des deutschen Films" erst noch im Kommen. Zur Eröffnung der Berlinale zeigte sich Weiss erfreut über den hohen Marktanteil deutscher Filme in den einheimischen Kinos und ihren internationalen Erfolg bis hin zu Oscar-Nominierungen.

HB BERLIN. "Die Stimmung hat sich grundlegend verändert", sagte Weiss in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Die jungen Filmemacher haben wieder Mut, auch zum Risiko einer künstlerischen Aussage mit persönlicher Handschrift." Erfreulich und spannend daran sei vor allem, dass das Publikum dabei mitgeht. "Die Geschichten der jungen Filmgeneration sind auch die Geschichten ihres Publikums. Das ermutigt mich auch für das europäische Kino, das ja keineswegs einen kleinen Markt hat." Eine Quote für einheimische Filme ähnlich wie im Nachbarland Frankreich hält Weiss für weniger sinnvoll. Sie setzt mehr auf Selbstverpflichtungen. "Die öffentlich-rechtlichen Anstalten schlagen in ihrem Programmangebot bereits ganz neue Töne an, mehr in Richtung Kulturauftrag, und auch die Produzenten ziehen schon mit." Man könne wirklich gute Filme machen, die auch an der Kasse oder bei der Zuschauerquote Erfolg haben, meinte Weiss.

In diesem Zusammenhang sieht die Staatsministerin auch die neugegründete Deutsche Filmakademie auf dem richtigen Weg. Die Juroren für die Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis, der im Juni verliehen wird, gingen mit großer Verantwortung an ihre Arbeit heran. "Das bestärkt mich darin, dass diese vorbereitenden Arbeiten der Branche für den von der Bundesregierung finanzierten Filmpreis in den richtigen Händen liegt." Eine Beeinflussung zum Beispiel durch Filmproduzenten sehe sie nicht, "nicht einmal einen Versuch".

Nächste Woche startet auch die neue Gesellschaft "German Films-Services and Marketing" als Nachfolgerin der Export-Union für die Außenrepräsentanz des deutschen Films. "Zum ersten Mal werden alle Beteiligten an der Vermittlung deutscher Filme im Ausland zusammenarbeiten, vom Goethe-Institut über die kleinen unabhängigen Filmfestivals bis zu den Geschäftsleuten", betonte Weiss. Große Hoffnungen setzt die Staatsministerin auch auf die neue Filmkompetenzagentur "Vision Kino" zur besseren Vermittlung des Mediums Film für Kinder und Jugendliche. Dabei soll es Kooperationen mit Schulen geben. Den Pädagogen werde von der Agentur als zentraler Anlaufstelle in Deutschland attraktives Begleitmaterial zu Filmen angeboten oder Kontakte zu Kinos vermittelt, die besondere Programm für Schulen anbieten.

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