Neues Museum eröffnet
Merkel zu Besuch bei Nofretete

Die Kanzlerin auf Nachbarschaftsbesuch: Angela Merkel hat das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel eröffnet. Das 1855 eröffnete und im Krieg schwer beschädigte Hauses war für 213 Millionen Euro saniert worden und beherbergt nun einige der größten Kostbarkeiten der Hauptstadt, darunter die 3 500 Jahre alte Büste der ägyptischen Königin Nofretete.
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BERLIN. Zu einem Nachbarschaftsbesuch auf die Museumsinsel hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag begeben und feierlich das Neue Museum eröffnet. Die Rückkehr der ägyptischen Sammlung und des Museums für Vor- und Frühgeschichte in das UNESCO-Welterbe sei ein großer Tag für die Kultur - „und das sage ich nicht nur, weil ich gegenüber wohne“. Anschließend besichtigte die Kanzlerin das Museum mit seiner Hauptattraktion, der 3 500 Jahre alten Büste der ägyptischen Königin Nofretete.

Das Projekt mit Baukosten von 213 Mio. Euro sei ein Zeichen dafür, dass der Bund zu seiner kulturellen Verantwortung stehe. An diesem Wochenende wird zu zwei kostenlosen Tagen der offenen Tür ein erster Besucheransturm erwartet. 20 Jahre nach dem Mauerfall schließe sich nun der Kreis um die Geschichte des Hauses, sagte Merkel. Auch der Weg der Nofretete-Büste zwischen Ost und West sei ein Symbol „für die Irrungen und Wirrungen“ des vergangenen halben Jahrhunderts.

Für den Wiederaufbau des 1855 eröffneten und im Krieg schwer beschädigten Hauses hatte der britische Architekt David Chipperfield die Zeichen der Zerstörung und der Verwitterung zu DDR-Zeiten sichtbar belassen. Ausstellungsobjekte und Gebäude gingen eine Symbiose ein, „weil sie die Spuren der Geschichte nicht übertünchen“, wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte.

Mit der Eröffnung sind nun alle fünf Häuser der Museumsinsel wieder zugänglich. Damit beginne für die Museumsinsel eine neue Epoche, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Wenige Gebäude in Deutschland erinnerten wie das Neue Museum an den „Kulturbruch“ des Nationalsozialismus. Bis zum Jahr 2013 soll auch die „James Simon Galerie“ als Eingangsgebäude für den Museumskomplex eröffnet werden.

Schon zu DDR-Zeiten habe es Pläne gegeben, das vom Schinkel- Schüler Friedrich August Stüler entworfene Museum wieder aufzubauen, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer. Erst mit dem Mauerfall seien die Pläne zur Vereinigung der Museen im Osten und Westen der Stadt konkret geworden.

Auf rund 8000 Quadratmetern Fläche werden im Neuen Museum rund 9 000 Objekte ausgestellt - von einem 700 000 Jahre alten Faustkeil bis zu Zeugnissen aus der Zeit Karls des Großen. Zu den Höhepunkten zählt ein Teil des Priamos-Schatzes aus Troja und der Goldhut aus der Bronzezeit.

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