Neuheiten und Tipps
Grille wie die Argentinier!

Grillen ist bei uns mittlerweile zur Wissenschaft geworden. Eine ganze Armada von Spezialgeräten unterstützen den Meister beim bepinseln, brutzeln und braten. Doch ihre Zeit ist abgelaufen: Das einfache Feuer unter einem gusseisernen Topf kehrt zurück. Neuheiten und Tipps des deutschen Amateur-Grillmeisters.

DÜSSELDORF. Die Argentinier haben eine ziemlich simple Art, Fleischgerichte zuzubereiten: Zunächst wird für eine vernünftige Parrillada ein strammes Feuer entzündet. Wenn das heruntergebrannt ist, nehme man ein ganzes Schwein, wahlweise auch ein Lämmchen, kreuzige es auf Metallstangen, ramme diese in die Erde über der Glut. Stunden später ist der Fleischberg fertig.

Grillen ist bei uns hingegen zu einer Wissenschaft geworden: Eine ganze Armada von Spezialgeräten rückt dem Zubereitungsprozess zu Leibe. Da gibt es Barbecue Smoker, bei denen das Feuer gleich in einem Seitenfach entzündet wird und heiße, rauchige Luft über die Steaks wandert. Und dann Gasgrills. Ganze Schrankwände für die Terrasse, voll gepackt mit technischen Errungenschaften wie Flavorizer Bars, mit denen Grillgeschmack simuliert werden soll, in separate Behälter kann man noch Holzspäne einfüllen, die dann Holzgeschmack imitieren.

Wen wundert es also, dass bei all der Entmythifizierung des Grillens das Feuer wieder in den Mittelpunkt rückt. Lagerfeuerromantik im eigenen Garten, das beschwört Bilder von den ersten Nächten, die man sich als Jugendlicher um die Ohren gehauen hat, ein paar Kartoffeln in der Glut, Würstchen auf Stecken und für die ganz Mutigen sogar ein Steak, abenteuerlich auf mehreren Stöcken pariert, ganz Miniparrillada.

Thomas Brinkmann braucht nicht viel, wenn er beim Zelten grillt. Etwas Kohle, ein Feuerzeug und einen gusseisernen Topf. Das schwarze Monstrum ist aus Western nicht wegzudenken, wo immer eine Portion Bohnen über dem Grillfeuer vor sich hin blubberte. Bohnen macht Brinkmann auch in seinem „Dutch Oven“, wie die rustikalen Töpfe heißen. Aber der Mann wäre nicht mit dem Team TB & the BBQ-Scouts deutscher Amateurgrillmeister geworden, wenn er nicht andere Tricks draufhätte: Aber auch Krustenbraten, Aufläufe und sogar Brot bereitet er in seinem Kochbehälter.

„Das funktioniert wie ein Backofen mit Ober- und Unterhitze“, sagt Brinkmann. Der Trick: Für das Garen wird Glut unter und auf dem Topf geschichtet. Das massive Gusseisen gibt die Hitze gleichmäßig ab. Sogar die Temperatur lässt sich genau regeln – je nachdem, wie viel Kohle aufgelegt wird. Dafür braucht man Erfahrungswerte, oder man macht es wie Brinkmann, der platziert ein Grillthermometer in den Topf, das ihm die Ofentemperatur und die Kerntemperatur des Bratens anzeigt. „Das ist natürlich nicht ganz cowboylike“, bekennt der deutsche Meister, der hauptberuflich auch Grills verkauft.

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