Neumeister
Appell an den Werwolf

Neumeister spricht mit seiner Offerte am 14. November vor allem Farben liebende Sammler der Klassischen Moderne und Nachkriegszeit an. Aufmerksamkeit verdient auch ein Frühwerk von Konrad Klapheck. In der Sonderauktion „shape“ kommen 25 Skulpturen zum Aufruf.
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MünchenMit einem verjüngten Kataloglayout präsentiert das Münchner Auktionshaus Neumeister rund 165 Lose Moderner Kunst, die am 14. November versteigert werden. Nicht nur das Äußere ist attraktiv, auch der Inhalt ist viel versprechend und bringt eine qualitätvolle Selektion der klassischen Moderne und Nachkriegskunst bis heute.

Die Offerte wird angeführt von einer zehnteiligen Folge des dänischen Malerpoeten Per Kirkeby, die auf 280.000 bis 320.000 Euro geschätzt ist. Jedes der zehn Gemälde aus dem Jahre 1997 ist 160 mal 100 cm groß. Wer die passende Wandfläche hat, kann in der Folge die Ausdrucksstärke sich wandelnder Natur erleben. Die Werke stammen aus der Sammlung von Siemens und hingen ehemals in der Hauptverwaltung am Münchner Wittelsbacher Platz. Wie ein Pressesprecher erklärt, hat das Unternehmen aufgrund umfangreicher Umbaumaßnahmen in Zukunft keine räumliche Verwendung mehr dafür, so dass es sich von der Serie trennt, ebenso wie von einem riesigen Gemälde von Rupprecht Geiger. Das 7,50 m lange Gemälde „845/91 (Pink moduliert)“ war beim Künstler für eine Aufhängung in der Kantine beauftragt worden. Sicher ist die anziehende Schätzung von 70.000 bis 90.000 Euro der Größe geschuldet.

Albert Birkles melancholischer Wald

In der klassischen Moderne sticht ein 1942 gemaltes Gemälde von Willi Baumeister hervor. „Im Gespräch“, für das 90.000 bis 100.000 Euro erwartet werden, entstand ein Jahr, nachdem die Nationalsozialisten dem Künstler Malverbot erteilten. Baumeisters mystische Bildsprache ist inspiriert von einer der ältesten, schriftlich fixierten Dichtungen, dem Gilgamensch Epos, der im babylonischen Raum entstand.

Albert Birkle, bekannt für seine provozierend-expressiven Werke, die im Umfeld der Neuen Sachlichkeit entstanden, ist mit dem Gemälde „Bayerischer Wald“ von 1930 vertreten. Zu diesem Zeitpunkt stand er kurz vor der Übersiedlung von Berlin nach Salzburg und schuf ausdrucksstarke Landschafen. Menschenleer, aber von kontrastreichen Farbklängen erfüllt, ist sie geprägt von stiller Melancholie (Taxe 110.000 bis 120.000 Euro).

Farbenfroh lässt Otto Dix vier Maskenträger 1948 auf der Leinwand aufleuchten, die 60-000 bis 70.000 Euro bringen sollen. In dieser Zeit beschäftigte sich Dix intensiv mit dem Fasching. Hell leuchtend ist auch die Farbpalette von Alexej von Jawlensky. Er verwendete Grün, Gelb und Orange für seine Meditation von 1936, die auf 30.000 bis 40.000 Euro geschätzt ist. Von Ernst Ludwig Kirchner wird die Zeichnung eines tanzenden Paares von 1916 angeboten, das er in seinem typisch nervösen Strich umreißt (Taxe 28.000 bis 30.000 Euro).

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Appell an den Werwolf

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Frühwerk von Konrad Klapheck

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