Neumeister Sammler mit langem Atem

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Das Phänomen Johann Georg Müller
Johann Georg Müller (1913-1986): Von Picasso inspirierte Liegende. (Ausschnitt) Quelle: Neumeister 2012

Johann Georg Müller (1913-1986): Von Picasso inspirierte Liegende. (Ausschnitt)

(Foto: Neumeister 2012)

Die Privatsammler, die sehr engagiert boten, wählten kenntnisreich. Eine helle Meditation von Alexej von Jawlensky aus dem Jahr 1936 wurde für 70.000 Euro zugeschlagen. Ihr Schätzpreis lag bei 30.000 bis 40.000 Euro. Außergewöhnliches fand mühelos neue Besitzer so wie Rainer Fettings Tondo „N.Y. star night“ von 1992. Das Bild, das die Skyline New Yorks mit den Twin Towers bei Nacht zeigt, wurde bei 15.500 weitergegeben (Taxe: 10.000 bis 15.000 Euro).  Mit Leichtigkeit absetzen ließ sich auch Paul Jenkins Gemälde „Phenomena Blue Ascription“ aus den sechziger Jahren. Für das Bild des Amerikaners bewilligte ein Telefonbieter 13.000 Euro, weit mehr als geschätzt wurde (6.000 bis 8.000 Euro).

Ein Phänomen sind die Preise, die für den Pfälzer Künstler Johann Georg Müller bezahlt werden. Neumeister konnte in der Vergangenheit immer wieder sensationelle Preise für den regional gefeierten Malerstar erzielen. Eine von Picasso inspirierte liegende Frau in kräftigem Kolorit kletterte mühelos über die 100.000 Euro-Grenze und wurde für 105.000 Euro einem Telefonbieter zugeschlagen. Die Taxe lag bei 30.000 bis 40.000 Euro.

Uwe Lausens "Schreihals"

Willi Baumeisters Leinwandgemälde „Im Gespräch“ von 1942, auf dem geheimnisvolle Formen wie magische Zeichen stehen, sicherte sich ebenfalls ein Bieter am Telefon zur oberen Schätzung von 100.000 Euro. Uwe Lausens Großformat „Das Stille Glück der Natur (Der Schreihals)“ weckt Assoziationen an Bacon. 70.000 Euro bewilligte ein Saalbieter für das wichtige Werk, das auf 75.000 bis 80.000 Euro geschätzt war. Ein „Hartmannsberger“ Bild von Leo Putz, das zwei nackte Frauen am Ufer zeigt, verdoppelte die Taxe mühelos und spielte 46.000 Euro ein, fast das Doppelte der oberen Taxe.

Insgesamt wurden drei Lose im sechsstelligen Bereich verkauft. Der Nachverkauf scheint verheißungsvoll, gilt es noch Gebote wie auf die kühl realistische Landschaft von Albert Birkle, die für 90.000 Euro unter Vorbehalt verkauft wurde, aufzulösen. Zu hoch gegriffen erscheint die Taxe von 100.000 bis 150.000 Euro für das frühe „Vier Herzen am Abend“ von Konrad Klapheck. Das 1961 gemalte Werk wurde ebenfalls unter Vorbehalt mit 70.000 Euro zugeschlagen.

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