Neumeister
Zuspruch für eine stimmige Offerte

50 Jahre rief Neumeister seine Lose stur nach Alphabet auf. Neue Wege beschreitet das Münchener Auktionshaus mit seiner Frühjahrsauktion. Das Publikum reagiert mit lebhaftem Zuspruch. Davon profitieren die Sparten Alte und Neue Meister, Porzellan und Jugendstil.
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MünchenDen Auftakt zur Auktion „Alte Kunst“ bei Neumeister am 25. März 2015 machte eine kleine, feine Porzellanofferte, die spielend abgesetzt wurde. Sie stimmte den vollbesetzten Saal auf eine lebhafte Auktion ein. Die meisten der rund 40 Lose, auch das Meißener Porzellan aus dem 18. Jahrhundert, stammten aus einer süddeutschen Sammlung. Ein Koppchen mit Unterschale mit buntem Kakiemon-Dekor erzielte 3.200 Euro Zuschlagspreis ohne Aufgeld . Der Schätzpreis lag bei 1.200 bis 1.500 Euro. Eine Tasse mit Untertasse, datiert um 1735/40, spielte 2.800 Euro ein. Erworben hatte es der Sammler beim Porzellanspezialisten Röbbig in München.

„Ansichten ändern sich, aber der Qualitätsanspruch bleibt", erklärte Geschäftsinhaberin und Auktionatorin Katrin Stoll im Nachhinein. Das Novum dieser Auktion – der Verzicht darauf, die Lose wie seit 50 Jahren in alphabetischer Reihenfolge aufzurufen – erzeugte eine lebhafte, spannende Atomsphäre. Das nach Sparten geordnete, stimmig komponierte Angebot präsentierte sich deutlich gestrafft und in der Gesamtansicht hochklassiger; ein Ansatz, der durch das gute Ergebnis der Auktion bestätigt wurde.

Französische Bieter wieder engagierter

Angaben Katrin Stolls zufolge war bereits zur Vorbesichtigung das Interesse stark. An der Auktion selber beteiligte sich ein internationales Publikum. Die französischen Käufer schienen wieder motivierter zu sein und auch die italienischen und russischen Sammler, die sich in der jüngsten Vergangenheit nicht so stark engagiert hatten, waren wieder dabei. Überhaupt fiel Auktionatorin Stoll die hohe Beteiligung der privaten Sammler auf.

Was die einzelnen Abteilungen anbelangt, wurde – neben der Silberofferte – auch der Jugendstil gut nachgefragt. Nur bei den Möbeln und der Graphik reagierten die Käufer zurückhaltend, was sicherlich hier auch dem Angebot geschuldet war. Stoll hebt in diesem Zusammenhang den Vorteil eines breit aufgestellten Auktionshauses vor. Sie kann ihr Programm viel schneller einem wechselhaften Markt anpassen, zum Beispiel in der Abteilung Moderne, wenn Zero-Kunst gefragt ist.

Höchstzuschläge für Niederländer

Die höchsten Zuschläge der Auktion galten zwei niederländischen Gemälden des „Goldenen Zeitalters“ wie die kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit der Niederlande im 17. Jahrhundert genannt wird. Gerrit van Bronchorsts ausdrucksstarkes Ölbild „Susanne und die beiden Alten“ verdoppelte nach heftigem Bietgefecht mit 40.000 Euro Zuschlag die Taxe von 18.000 bis 22.000 Euro. Im italianisierenden Stil malte Abraham Bloemert, das bislang der Forschung unbekannte Bild „Johannes der Täufer mit dem Lamm“, das zahlreiche Interessenten hatte und mit 40.000 Euro zur vierfachen Schätzung den Besitzer wechselte.

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19. Jahrhundert-Malerei mit sehr guten Ergebnissen

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