"Neumeisters Moderne"
Playboy-Hand wird vorab verkauft

„Neumeisters Moderne“-Offerte punktet mit Außenseitern wie Samuel Bak und Louis Le Brocquy. Die höheren Preisregionen sind dünn besetzt. Top-Los wird eine Merz-Collage von Kurt Schwitters.
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MünchenZugkraft und Kauflust war auch im gut besetzten Saal in der Auktion „Neumeisters Moderne“ am 11. Juni 2015 zu spüren. Erst bei einem Erlös von 21.600 Euro, dem Zehnfachen der Taxe, konnte ein süddeutscher Sammler Oscar Coesters spröde-ambivalentes Gemälde „Der betrunkene Hüter“ übernehmen. Nie zuvor war der in den 1920er-Jahren erfolgreiche Maler auf einer Auktion so teuer geworden.

Preislich an der Spitze liegt mit einem Erlös von 190.500 Euro eine Merz-Collage und Zeichnung von Kurt Schwitters. Ob die 1923/27 geschaffene Arbeit dort auch stünde, wenn Cesars Skulptur „Hand“ aus dem ehemaligen Besitz Gunther Sachs´ noch zu haben gewesen wäre? Die auf 100.000 Euro taxierte Arbeit wurde vor der Auktion im sechsstelligen Bereich an einen Käufer aus dem Familienkreis vermittelt, erfuhr das Handelsblatt von Neumeister-Geschäftsführerin Katrin Stoll. Es soll sich um die Nachbildung der Hand des Playboys handeln.

Johann Georg König ist weiter begehrt

Erneut erzielte Neumeister mit Werken des facettenreichen Malers Johann Georg Müller gute Ergebnisse. Eine Figurenkomposition von 1939 brachte 27.500 Euro, das abstrakte „Interieur fer“ von 1967 kam auf 63.500 Euro. Bei den Plastiken ragt die Bronze „Kreuz V“ von Fritz Koenig mit 24.000 Euro heraus.

Die meisten Zuschläge bei den 45 ausgewählten Werken erfolgten im unteren und mittleren fünfstelligen Bereich. Der Auktion fehlten Spitzenwerke. Neumeister verstand es, mit Außenseitern internationale Käufer zu animieren. Zwei Werke von Samuel Bak, einem israelisch-amerikanischen Vertreter eines morbiden phantastischen Realismus, wurden für 15.900 respektive 21.500 Euro in die USA und nach Norddeutschland veräußert. Die Untergebote kamen aus Israel.

Internationaler Handel engagierte sich bei der Ölstudie „Francis Bacon“ von Louis Le Brocquy, die von 20.000 auf 82.500 Euro gehoben wurde und in die Benelux-Region ging. Mit etwa 55 Prozent der 223 aufgerufenen Lose setzte Neumeister nach Recherchen des Handelsblatts nicht ganz 1,1 Millionen Euro brutto um.

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