New York
Macht Ladengitter zu Kunstwerken!

Ungewöhnliche Aktion in New York: 17 Künstler haben die Rollläden von Geschäften an der berüchtigten Bowery im Süden Manhattans gestaltet. Wenn die Läden schließen, schlägt die Stunde der Kunst.
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New YorkSonntagnachmittag an der südlichen Bowery. Wenige Autos auf den Straßen, die Bürgersteige verlassen, ein paar vereinzelte Spaziergänger, ein paar Jogger. Ein ruhiger Sonntag eben, und die Läden hier haben geschlossen.

Die paar Menschen, die unterwegs sind, bekommen allerdings etwas zu sehen. Die heruntergelassenen Rolläden zeigen Kunst. Gemälde, meist gesprüht, fangen den Blick und veranlassen Passanten zum Stehenbleiben. Dass Graffiti auf Rolläden gesprüht werden, ist nicht ungewöhnlich in New York. Das hier aber ist anders: „Open 24 Hours“ steht etwa in geschwungener, lilafarbener Schrift auf einem der Teilzeit-Kunstwerke mit integriertem Diebstahlschutz.

Es ist keine feine Gegend hier, es gibt keine schicken Boutiquen oder hippe Lokale, die auch am Sonntag geöffnet hätten, um wohlhabende Käufer mit 40-Dollar-T-Shirts oder überteuerten Drinks zu versorgen. Deutsche Kinogänger kennen die Bowery aus dem Film „Gangs von New York“ – das Viertel war im 19 Jahrhundert verrucht und verrufen als Hort der Kriminalität und der Prostitution. Rüden Charme versprüht die Straße immer noch.

Die Woche über verkaufen die meisten Geschäfte hier an diesem Teil der Bowery zwischen Houston Street im Norden und Grand Street im Süden Einrichtungen für Restaurants und Großküchen, neu und gebraucht. Spülen, Theken, riesige Kühltruhen. Nachts und Sonntag wird die Großküchenmeile zur Kunstmeile.

Initiiert hat die Aktion das „New Museum“, das seit 2007 an diesem Teil der Bowery liegt und zeitgenössische Kunst ausstellt. Für gewöhnlich geschieht das innerhalb des Museums in dem beindruckenden Bau, bisweilen auch mal außerhalb – Kunst an ungewöhnlichen Orten zeigen, ist die Absicht. Das Museum sprach die Besitzer der Geschäfte an und bewegte sie zum Mitmachen. Bis Anfang Juli sollen die Kunstwerken an den heruntergelassenen Rolläden noch zu sehen – manches Kunstwerk bleibt vielleicht auch länger, hoffen die Macher.

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