New Yorker Auktionen
Ungebrochener Enthusiasmus

Sammler spielen weiterhin Preistreiber auf den New Yorker Auktionen für Nachkriegskunst und Zeitgenössisches. So kann in einer Welt, in der Geld keine Rolle mehr zu spielen scheint, dann auch ein Werk der amerikanischen Malerin Lisa Yuskavage rund eine Million Dollar bringen.

NEW YORK. Eine Suppenbüchse für fast zwölf Mill. Dollar, ein paar Staubsauger – Marke Koons – für fünf? Oder vielleicht doch lieber ein Lamm in Formaldehyd für 3,3 Mill Dollar brutto? Auf dem Kunstmarkt alles kein Problem. Wer gedacht hatte, es sei nun endlich an der Zeit, die Luft an- und die Ohren zuzuhalten, um sich gegen die Schockwellen eines Crashs zu wappnen, sah wie schon so oft in den letzten Jahren jeglichen Grund zur Sorge schnell verpufft.

Das heißt freilich nicht, dass angesichts derartiger Preise kein Grund für „shock and awe“ bestehe. So jagte auch auf den New Yorker Frühjahrsauktionen wieder einmal ein Rekord den nächsten, und wieder einmal kamen auch hartgesottene Profis aus dem Staunen kaum mehr heraus.

Christie’s hatte bereits am Dienstag mit einer Marathonsession vorgelegt, die insgesamt 143,2 Mill. Dollar einspielen sollte. Allein fast 25 Mill. entfielen dabei auf rund zwei Dutzend Skulpturen Donald Judds. Die Entscheidung zum Verkauf en masse – sämtliche Arbeiten stammten aus der Judd Foundation – hatte für viel Wirbel gesorgt, nicht zuletzt deswegen, da die Platzierung der Arbeiten in Museen und ausgesuchten Sammlungen von Insidern als geschicktere Strategie angesehen wurde.

Christie’s freilich lockte mit einer üppigen Garantie und sollte mit seiner Wette schließlich richtig liegen. Der Markt absorbierte 25 der 26 Lots auf der Abendveranstaltung spielend, die Nachfrage nach „Minimal Art”, das sollte auch der Rest der Woche zeigen, ist breit wie nie zuvor. Neben Andy Warhols „Small Torn Campbell’s Soup Can“, die Larry Gagosian im Auftrag des kalifornischen Sammlers Eli Broad für insgesamt 11,8 Mill. Dollar ersteigerte, dominierten dann Stars wie Willem de Kooning, Jeff Koons und Damien Hirst mit seinem zweigeteilten Lammkadaver („Away from the Flock, Divided“) den Abend. Daneben erzielte ein „Achrome“ Piero Manzonis von 1959 in einwandfreiem Zustand knapp zwei Mill. Dollar, ein wunderbares Materialbild von Eva Hesse aus dem Jahre 1965 kam gar auf 2,3 Mill.

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