New Yorker Herbstauktionen
Achterbahnfahrt nach „Sandy“ und US-Präsidentenwahl

Die ersten New Yorker Herbstauktionen bei Christie's und Sotheby's brachten neue Rekordpreise, aber insgesamt durchwachsene Resultate. Erwartungsgemäß erzielte eine Monet-Werk den Spitzenpreis.
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New YorkChristie's mit großer Spannung erwartete Prestigeversteigerung von Impressionisten und Klassischer Moderne am 7. November brachte durchwachsene Resultate. Einen Tag nach der Wiederwahl von Barack Obama notierten die US-Leitindizes deutlich in der Verlustzone, und die anstehenden Probleme in den USA und Europa traten wieder in den Vordergrund. „Weder die Börsenlage, noch Hurrikan ,Sandy' oder die Wahl hatten Einfluss auf den Umfang des Interesses“, beteuerte zwar Marc Porter, Chairman Christie's Americas und International Head Private Sales.

Aber Fakt ist, dass 30 Prozent der Lose nicht verkauft wurden und die eingehämmerten 205 Millionen Dollar die untere Erwartung von 209 Millionen knapp verfehlten. Dabei wurden einige schöne Preise erzielt, und sechs Werke kletterten über zehn Millionen Dollar. Aber die Gebote für das nicht immer frische oder manchmal auch viel zu hoch taxierte Angebot trudelten oft langsam ein. Bieter kennen sich heute zu gut aus. Auktionator Andreas Rumbler, Chairman of Christie's Switzerland and Deputy Chairman Impressionist & Modern Art, musste sich bei seiner New Yorker Abendpremiere oft arg anstrengen, um die Anwesenden aus ihrer Lethargie zu kitzeln.

Erwartungsgemäß erzielte ein frühes, seltenes Seerosenbild „Nymphéas“ (1905) von Claude Monet unter den erfolgreichen klassischen Impressionisten den Spitzenpreis von 43,8 Millionen Dollar. Monet hatte 1903 damit begonnen, seinen Seerosenteich in Giverny zu malen, er brachte es schließlich auf über 60 immer abstrakter werdende Versionen dieses Motivs. Drei Mitarbeiter von Christie's machten an den Telefonen den Wettbewerb unter sich aus, Käufer ist ein US-Sammler. Das Bild befand sich über 30 Jahre in der Familie des bekannten New Yorker Finanziers Herbert Allen. Der Erlös kommt der Hackley School in Tarrytown, New York, zugute, an der drei Generationen der Familie studierten.

Gustave Caillebottes Pariser Allee mit Flaneuren an einem diesigen Tag, „La Place Saint-Augustin, temps brumeux“ (1878), wurde taxgerecht vom Londoner Händler Ivor Braka im Saal gekauft. Der eigentlich auf Lucian Freud und Francis Bacon spezialisierte Braka erwarb dazu noch Camille Pissarros Landschaft „Hameau aux environs de Pontoise“ (1872) zu 4,4 Millionen Dollar. Nur vier Jahre später als die „Nymphéas“ entstand Wassily Kandinskys intensiv farbige „Studie für Improvisation 8“ (1909). Die mystische Szene um einen Helden mit goldenem Schwert trifft genau das, was der Kandinsky-Sammler heute sucht, und so bewilligte ein europäischer, wahrscheinlich russischer Telefonbieter mit 23,04 Millionen Dollar nicht überraschend den neuen Kandinsky-Rekord.

Christie's hatte das Bild, auf dem die Stadt Kiew zu erkennen ist, auch kräftig an russische Käufer vermarktet. Kein Interesse fand dagegen das jüngst an die Erben von Sophie Lissitzky-Küppers restituierte Kandinsky-Aquarell „Zwei Schwarze Flecke“ von 1923, für das die neuen Besitzer 1,8 bis 2,4 Millionen Dollar erwarteten. Christie's Katalogeintrag verschweigt, dass es im letzten Dezember schon erfolglos bei Lempertz in Köln zu 900.000 bis eine Million Euro angeboten worden war. Damals gab es allerdings auch einen Streit um die Herkunft des Blattes.

Christie's erzielte einige gute Preise für Skulpturen. Umkämpft war die 20 Zentimeter hohe charmante Bronze „La Tiaré“ (Entwurf 1930, Guss 1950), in der Henri Matisse ein Frauenköpfchen und eine Gardenienblüte mixt. Dafür verdreifachte die New Yorker Händlerin Andrea Crane von Gagosian Gallery gegen drei Telefone die Erwartung auf 842.500 Dollar. Dagegen wurde der zeitgleiche, mit hohen Erwartungen von 10 bis 15 Millionen Dollar an den Start gegangene stolze bronzene Hahn von Pablo Picasso nicht goutiert.

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Achterbahnfahrt nach „Sandy“ und US-Präsidentenwahl

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Sotheby's Spitzenreiter: van Dongen und Picasso

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