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NRW will um Welterbe-Status des Kölner Doms kämpfen

Nordrhein-Westfallen will um den Status des Kölner Doms als Weltkulturerbe kämpfen. Wegen geplanter Hochhäuser auf der rechten Rheinseite hat die Unesco den Dom auf die rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.

dpa KÖLN. Nordrhein-Westfallen will um den Status des Kölner Doms als Weltkulturerbe kämpfen. Wegen geplanter Hochhäuser auf der rechten Rheinseite hat die Unesco den Dom auf die rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.

Die Landesregierung nehme die Sorge der Unesco ernst, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) am Mittwochabend bei der Eröffnung der Jahrestagung des Vereins Unesco-Welterbestätten in Deutschland. Die Landesregierung habe nun eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die einen von der Unesco erbetenen Bericht bis zum Februar 2005 erarbeiten werde. Die Welterbeliste sei ohne den Kölner Dom nicht vorstellbar.

„Wir werden uns damit auseinander setzen, ob und wie sich ein modernes Stadtbild mit dem Alleinstellungsmerkmal Kölns, eben dem Dom, vereinbaren lässt“, sagte Steinbrück. Er könne aber nicht voraussagen, zu welchen Ergebnissen die Arbeitsgruppe komme.

Zuvor hatte bereits Stadtbauminister Michael Vesper (Grüne) betont, die Landesregierung wolle sich gemeinsam mit der Stadt Köln für den Erhalt des Status des Doms als Weltkulturerbe engagieren. Das Welterbe-Komitee hatte den Kölner Dom in die rote Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen, weil die geplanten Bauten die „Integrität“ der Stätte in Frage stellten, hieß es zur Begründung. Bei der Jahrestagung in Brühl wollen bis zum Donnerstag 170 Experten über die Vereinbarkeit von Denkmalschutz und Tourismus beraten.

Nach Ansicht der deutschen Unesco-Welterbe-Kommission muss die Stadt Köln ihre bisherigen Hochhauspläne um den Dom deutlich korrigieren, um den Welterbe-Status zu erhalten. Neben Überzeugungsarbeit sei ein „substanzielles Entgegenkommen“ der Stadt in dieser Frage nötig, sagte Kommissionssprecher Dieter Offenhäuser der dpa. Bis Anfang Februar erwarte die internationale Unesco von Deutschland einen Bericht, wie man die architektonische Schutzzone um den Kölner Dom im Sinne der Unesco sichern wolle. Falls der Bericht die Unesco überzeuge, könne der Kölner Dom wieder von der Roten Liste gestrichen und als normales Welterbe weitergeführt werden. Überzeuge die vorgeschlagene Lösung das Unesco-Welterbe-Komitee nicht, drohe dem Kölner Dom der Status als Weltkulturerbe genommen zu werden. Einen solchen Fall habe es zwar bisher noch nicht gegeben, er sei aber keineswegs ausgeschlossen.

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