Nur die Turmhaube fehlt noch
Steinbau der Frauenkirche in Dresden vollendet

Der Steinbau der Dresdner Frauenkirche ist nach knapp zahnjähriger Bauzeit vollendet. Der letzte „präzis und schön zugehauenen“ Sandstein wurde zwölf Monate früher als geplant in 78 Metern Höhe in den oberen Kranz der Laterne auf der Kuppel gesetzt.

DRESDEN. Der 365 Kilo schwere, 80 mal 60 mal 35 Zentimeter messende Stein mit ausgearbeitetem Sims wurde in die Lücke an der Südostecke eingepasst. „Das war ein langer Weg“, sagte Baudirektor Eberhard Burger, der sich an die Anfänge erinnerte. „Ein bisschen Wehmut ist schon dabei, weil es zu Ende geht.“

1993 hatte nach jahrelangem Disput um einen Wiederaufbau des Gotteshauses, dessen Ruine zum Symbol gegen den Krieg sowie für den Aufbruch aus der DDR-Diktatur wurde, die Enttrümmerung begonnen. Dabei waren 22 500 Kubikmeter Schutt beräumt worden. Am 27. Mai 1994 wurde im Ostflügel der erste Sandstein gesetzt. Waren anfangs die Bemühungen der Bauleute kaum wahrnehmbar, ging es in den letzten Monaten Schlag auf Schlag: Hauptsims, Glockentürme und die „Steinerne Glocke“ wuchsen täglich. Die Vollendung der weltberühmten Steinkuppel war im September 2003 der erste Höhepunkt: Nach fast 58 Jahren erhielt das alte Dresden seine historische Silhouette zurück.

Knapp eine Million Steine wurden verbaut, darunter 3634 aus den Trümmern geborgene und aufbereitete Werkstücke, die sichtbar in der Außenhaut ihren früheren Platz wieder einnehmen. Dunkler als die neu gebrochenen Sandsteine erinnern sie an die einst größte Wunde der bei Bombenangriffen am 13. Februar 1945 zerstörten Stadt. Zudem zeugen sie von der Bereitschaft von Menschen in aller Welt, das einmalige Projekt finanziell zu unterstützen: Hunderte Steine haben einen „Paten“.

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