Nur noch einen kleinen Tick vom Olymp entfernt
Uhren: Markenzeichen am Handgelenk

Feine Uhren sind wie die Sportschau - sie machen Männer zu Experten. Quasi. Mögen wir persönlich unter "workout" auch nur den Weg vom Sofa zum Kühlschrank verstehen, am Samstagabend werden wir alle zu Bundesliga-Trainern. Wir starren auf den Bildschirm und wissen genau, wer wann wie zutreten muss, um ein Tor zu schießen. Wir haben Mühe, unsere Zehen zu sehen, aber theoretisch sind wir Fußballfachleute par excellence.

HB DÜSSELDORF. Uhren haben einen ähnlichen Zauber. Mit den Dingern an unserem Handgelenk könnten wir 200 Meter tief tauchen, den Atlantik segelnd überqueren oder zum Nordpol navigieren. Das sind keine Fähigkeiten, die wir jeden Tag im Job brauchen. Aber dennoch lieben wir Produkte, die dem Helden in uns sagen: "Wenn du mich trägst, kannst du alles machen." Theoretisch natürlich.

Omega wirbt mit Michael Schumacher und Anna Kournikova, TAG Heuer sponsert das McLaren-Team in der Formel 1. Luis-Vuitton-Uhren werden mit Tiger Woods beworben. Ob Tennis, Golf oder Rennsport: In den meisten Sportarten spielen heute Technologie, moderne Materialien und Präzision eine gewaltige Rolle.

Dasselbe gilt für Uhren, und so gibt es sogar noch eine rational-inhaltliche Begründung für das trächtige Joint Venture zwischen Sport und Uhrenindustrie. Jaeger-LeCoultre setzt auf Polo, Breitling auf Fliegen, und Audemar Piaget sponsert den America's Cup. Sogar wenn die Chronographen für Damen vorgesehen und Juwelen besetzt sind, tragen sie sportive Titel: Breitling bietet die "Cockpit Lady", TAG Heuer eine Diamanten tragende "Carrera".

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Wenn wir sie besitzen, fühlen wir uns nur noch einen kleinen Tick vom Olymp entfernt. Ob wir da wirklich hinwollen, spielt keine Rolle. Wir fahren ja auch nicht mit dem Jeep durch Hamburg, um auf dem Wege zum Kindergarten den Wagen an sein Limit zu treiben, sondern weil wir das Gefühl lieben, dass wir damit auch in einem isländischen Flussbett zurechtkämen. Wenn es sein müsste.

Heldenträume sind allerdings sensibel. Eine Prise zu viel Realität, und - puff! - sind sie verflogen. Deswegen beginnt sich jetzt auch die Uhrenindustrie zu verhalten wie Autohersteller oder Fabrikanten edler Kleidung schon lange. So schreiben die Hersteller dem Handel penibel vor, wie ihre Produkte ausgestellt werden müssen. Für Longines und Omega beispielsweise müssen die Juweliere höhere Einkaufspreise zahlen - es sei denn, sie halten sich exakt an die Vorschriften für die Platzierung im Schaufenster. Unangemeldete Kontrolleure prüfen, ob auch alles seine Richtigkeit hat.

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