Online-Versteigerer
Auctionata in Berlin verurteilt

Das Suchmaschinen-Marketing des Internet-Versteigerers Auctionata beschäftigt die Gerichte in Berlin und Wien. Jetzt wurde das Unternehmen in Berlin verurteilt. Das Auktionshaus hat Berufung eingelegt, will sich zum laufenden Verfahren jedoch nicht äußern.
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WienDie beherzten Marketingaktivitäten von Auctionata hatten im vergangenen Jahre für einigen Unmut in der Auktionsbranche gesorgt. Denn über so genanntes Key-Word-Advertising waren etwa über Yahoo und Bing monatelang Anzeigen generiert worden, die eine geschäftliche Verbindung zwischen dem deutsch-österreichischen Kunsthandelsportal und renommierten anderen Unternehmen suggerierte. Betroffen davon waren nicht nur Christie’s, Sotheby’s, Bonhams oder Dorotheum und „im Kinsky“, sondern auch eine Reihe deutscher Auktionshäuser, wie das Handelsblatt berichtete (12. September 2013).

Die Vorwürfe einer Markenrechtsverletzung wischte Auctionata damals vom Tisch, vielmehr müssten „die Traditionalisten unter den Auktionshäusern akzeptieren, dass auch der Kunstmarkt nach den Regeln der freien Marktwirtschaft, die im Internet nach europäischem Recht geregelt ist, funktioniert“, beantwortete man die damalige Anfrage.

In Wien wird demnächst verhandelt

Die betroffene Konkurrenz reagierte verhalten. Der Bundesverband Deutscher Kunstversteigerer ließ Auctionata im September eine Abmahnung zukommen und als die Anzeigen verschwanden, schien die Sache erledigt. Nicht jedoch für „im Kinsky“ einerseits und dem in Berlin angesiedelten Auktionshaus Dannenberg andererseits.

Als die namens von Kinsky geforderte Unterlassungserklärung unbeantwortet blieb, hatte Ernst Ploil, Rechtsanwalt und Teilhaber des Auktionshauses, noch im September Klage gegen die „ISA Auctionata Auktionen AG“ (Wien) eingereicht. Auctionata stellte daraufhin die Zuständigkeit des Handelsgerichts Wien in Frage, da nicht das Wiener Unternehmen, sondern deren Berliner Niederlassung (ISA Auctionata AG) die zugehörige Website betreibe und das umstrittene Keyword verwendet habe. Diese Einrede wurde verworfen, zuerst vom Handelsgericht (November 2013) und per 7. April 2014 nun auch vom Oberlandesgericht Wien.

Erstes Urteil in Berlin

Exakt einen Tag später wurde Auctionata in Deutschland verurteilt: Konkret hatte das Auktionshaus Dannenberg ebenfalls den Klageweg beschritten, nachdem eine erste anwaltliche Abmahnung im Mai vergangenen Jahres kein dauerhafter Erfolg beschieden war. Jeder Wettbewerb, betont Inhaber Alexander Ernst seine Beweggründe, „sollte auf Basis eines fairen Miteinanders stattfinden“.

Das Landgericht Berlin sieht es nunmehr als erwiesen, dass Auctionata die geschäftliche Bezeichnung des Auktionshauses Dannenberg „im geschäftlichen Verkehr unbefugt in einer Weise“ nutzte, „die geeignet ist, Verwechslungen“ hervorzurufen. „Für jeden Fall der Zuwiderhandlung“ droht Auctionata „ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250.000 Euro, ersatzweise Ordnungshaft oder Ordnungshaft jeweils bis zur Dauer von sechs Monaten und zu vollstrecken an ihrem Vorstand“. Seitens Auctionata wurde Berufung eingelegt. Zu diesem laufenden Verfahren will man sich nicht äußern.

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