Kultur + Kunstmarkt
Orchestervereinigung kritisiert Statistik des Bühnenvereins

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) hat die jüngste Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins als „fragwürdig“ bezeichnet. Der dort festgestellte Rückgang der Besucherzahlen für die Konzertorchester beruhe auf ungenauen Erhebungen, teilte die DOV in Berlin mit.

dpa BERLIN/KÖLN. Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) hat die jüngste Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins als „fragwürdig“ bezeichnet. Der dort festgestellte Rückgang der Besucherzahlen für die Konzertorchester beruhe auf ungenauen Erhebungen, teilte die DOV in Berlin mit.

In Deutschland gebe es 136 Kulturorchester, die ganzjährig spielten und vollständig öffentlich finanziert würden. Der Bühnenverein habe für seine Statistik jedoch gerade mal die Besucherzahlen von 48 Orchestern ausgewertet, darunter auch solchen, die lediglich für bestimmte Projekte zusammenkämen, kritisierte die DOV. Die Konzerte von 14 Rundfunkorchestern der ARD-Anstalten würden überhaupt nicht erfasst. Der Deutsche Bühnenverein in Köln wies die Kritik zurück.

„Wer behauptet, es seien nur 48 Orchester erfasst, hat die Statistik nicht richtig gelesen“, sagte der Geschäftsführer des Bühnenvereins, Rolf Bolwin, der dpa. „Er übersieht, dass die rund 70 Orchester der Opernhäuser mit erfasst sind.“ Die Orchestergewerkschaft hätte sich „vor jeder Polemik“ genauer mit dem Zahlenwerk befassen müssen, an dem „über Jahre“ keine Kritik gekommen sei, wenn etwa Steigerungen der Konzert-Besucherzahlen gemeldet worden seien.

DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens hatte kritisiert, in Öffentlichkeit und Politik entstehe durch die Veröffentlichung von Wertungen auf der Grundlage unvollständiger Zahlen „ein völlig unrealistisches Bild des Konzertlebens in Deutschland“. Die DOV werte daher gegenwärtig eine Umfrage aus, die alle Kulturorchester und Rundfunkensembles erfase „und die erstmals sämtliche Konzerte und Konzertformen dokumentieren soll.“ Für die Zukunft müsse über eine neue Gesamterfassung des deutschen Konzertlebens nachgedacht werden, um zu realistischen Einschätzungen der Besucherentwicklung zu gelangen.

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