Paris
Neue Altmeister-Messe

Klein aber fein soll die neue Messe für Gemälde von 1300 bis 1850 werden, die "Paris Tableau. Salon der alten Malerei" heißt. Sie wurde soeben mit großem Pomp in der Pariser Börse vorgestellt, wo sie vom 4. bis 8. November 2011 startet.
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PARIS. Zehn Pariser Händler laden zehn ausländische Galeristen ein. Denn die "Paris Tableau" (4.-8.11.2011) nimmt sich den "Salon du dessin", zum Vorbild, wie die Wahl der Börse als Messeort mitten in der Stadt zeigt. Die Messe für Handzeichnungen ist seit Jahren ein Bombenerfolg als internationaler Treffpunkt der einschlägigen Händler, Sammler und Kuratoren. Drei Händler sind in beiden Organisationsteams tätig: Hervé Aaron, Talabardon-Gautier, Eric Coatalem. Weitere Aussteller sind Maurizio Canesso, Bob Haboldt, Jean-François Heim, Georges de Jonckheere, Jaques Leegenhoek, Claire und Giovanni Sarti und Claude Vittet.

Wer versteht ?Tableau??

Als visuell auffallendes Logo wählte die "Paris Tableau", die Gemälde von 1300 bis 1850 verkaufen will, einen roten Punkt, von dem sich das weiß gedruckte Wort "Paris" abhebt. Unterbewusst soll der rote Kreis vermutlich die roten Punkte evozieren, die auf Messen die verkauften Objekte signalisieren. Ob dieser Verkaufs-Optimismus ein Werbegag oder reell ist, ist schwer einzuschätzen. Der üblichen Diskretion der Altmeisterhändler entspricht der rote Punkt allerdings nicht. Auch die Bezeichnung "Paris Tableau" wurde keineswegs nach internationalen Kriterien gewählt, denn das Wort "tableau/Gemälde" ist ausschließlich im frankophonen Sprachbereich üblich. Dabei ist der italienische Händler Maurizio Canesso, der in diesem Jahr in Paris eine Zweigstelle eröffnete, Präsident der neuen Messe.

Ausländer fehlen noch

Der Pariser Handel freut sich selbstverständlich über eine solche Initiative von soliden Händler-Kollegen. Für die Begeisterung der ausländischen Altmeister-Galeristen gibt es noch keinen konkreten Hinweis, denn die Liste der zehn Eingeladenen ist derzeit noch nicht verfügbar. Ein befragter internationaler Händler, der ungenannt bleiben will, ist davon überzeugt, dass Paris als Verkaufsplatz für das Altmeister-Marktsegment keineswegs ideal ist: "Der französische Markt ist zu klein für uns", kommentiert er seinen Beschluss, nicht auf der "Paris Tableau" auszustellen. Dabei ignoriert er bewusst, dass die Messe als internationales Ereignis mit Standort Paris geplant ist. Irritierend bleibt, dass die Planung der Messe angeblich bereits seit einem Jahr läuft und sich bis dato noch keine zehn Ausländer von Rang fanden, die man gleichzeitig mit der Vorstellung der Messe hätte präsentieren können.

www.paristableau.com

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