Paris Photo
Fotomesse leidet unter ihrem Erfolg

Über 40 000 Besucher - davon träumt so mancher Messeveranstalter. Doch das Gedränge auf der 13. "Paris Photo" war zu groß, um richtig gute Geschäfte zu machen. Fotokunst, die sich verkaufen ließ, kostete meist um 10 000 Euro.
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PARIS. Die dreizehnte Fotomesse "Paris Photo" (19.-22.11.) verzeichnet bis zum Schluss großen Publikumszuspruch. 40 150 zahlende Besucher, plus 2 000 geladene Gäste drängten sich pausenlos in den Gängen und an den Ständen. Fast alle Aussteller beklagten sich am letzten Tag dieser qualitätvollen Messe, dass sie wegen der dichten Menschenmenge kaum noch Gespräche mit den Fotosammlern führen konnte. Es gehört zur Politik des Veranstalters "Reed Expositions", ein Maximum an Publikum durch die Ausstellungsräume zu schleusen. Das hat schon bei der Pariser Kunstmesse "FIAC" zu Unzufriedenheit bei den Galeristen geführt. Mehrere Aussteller gingen so weit, ihren reduzierten finanziellen Erfolg auf die Besuchermassen zurückzuführen, die "es den Sammlern gar nicht mehr ermöglichten, bis an den Stand zu gelangen", wie aus dem Munde vieler Galeristen zu hören war.

Der Megasammler François Pinault, dessen Foto- und Videosammlung 2008 erstmals in Lille gezeigt wurde, schaffte es nach seinem Abu Dhabi-Auftritt, auch bei der "Paris Photo" beachtet zu werden. Die Präsenz von zahlreichen Museen (u.a. aus Boston, Houston, Detroit, Los Angeles und New York) wurde von den Ausstellern als positiv vermerkt. Denn viele Museumskuratoren erwarben Fotokunst oder knüpften konkrete Kontakte - zur Zufriedenheit etwa von Priska Pasquer. Die Kölnerin verkaufte allerdings etwas weniger gut als im Vorjahr. Ihre japanischen Fotografen gingen allerdings gut. Ebenso bei den Kölnern Kudlek van der Grinten, wo zwei (von fünf) Abzügen eines Tondos von Izima Kaoru für je 14 800 Euro Abnehmer fand. DNA aus Berlin konnte den eigenwilligen Japaner Tatsumi Orimoto (pro Diptychon 32 000 Euro) abgeben. Orimoto hat den Spezialpreis der Jury des BMW-Fotopreises erhalten. Kuckei + Kuckei, Berlin, war glücklich über seinen Pariser Erstauftritt und den Verkauf von großen Fotos von Barbara Probst und weiters von Guy Tillim und Jörn Vanhöfen.

Die Verkäufe lagen meist bei 10 000 Euro

Die zeitgenössische Fotografie liegt allerdings oft im Preisbereich unter 10 000 Euro. Diese Preislatte war generell bei der "Paris Photo" für das Gros der Verkäufe gültig, insbesondere bei der zeitgenössischen und der arabischen Fotografie, die in diesem Jahr mit den Iranern gemeinsam das Schwerpunktthema bildeten. Bei der 'Galerie m Bochum' lag die Mehrheit der Verkäufe ebenfalls unter 10 000 Euro, aber auch ein Abzug für 70 000 Euro fand einen Abnehmer. Johannes Faber aus Wien war erfolgreicher als im Vorjahr. Er gab u.a. das Porträt von Vladimir Majakowski (von 1930) von Alexander Rodchenko für 14 000 Euro ab.

Das teuerste Foto der Messe verkaufte Robert Klein, Boston, der für Irving Penn 265 000 Euro kassierte. Finanziell am besten schlossen die auf das 19. und frühe 20. Jahrhundert spezialisierten Galeristen ab. H.P. Kraus, New York, Serge Plantureux, Paris und Quaritch, London, gaben viele Fotos weiter.

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