Paris Photo L.A.
Seitensprung nach Los Angeles

Amerikanische Kaufkraft lockt die erfolgreiche Kunstmesse „Paris Photo“ in die USA. In Los Angeles will sie einen Ableger etablieren. Ihr Debüt gibt sie im Frühjahr 2013.
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ParisDie Expansion der Kunstmessen auf andere Kontinente geht mit dem soeben angekündigten Seitensprung der weltweit führenden Fotomesse „Paris Photo“ weiter. Die neue Messe „Paris Photo L.A.“ findet im Frühjahr 2013 in den Filmstudios der Paramount statt, die ihr 100-jähriges Jubiläum feiern. 80 internationale Aussteller, davon 70 Galeristen und 10 Verleger, sollen vom 14. bis 28. April 2013 nach dem bewährten Rezept der Pariser Fotomesse den amerikanischen Kontinent bedienen. Besonderes Augenmerk gilt Mexiko und Lateinamerika. Generell gilt, dass der kaufkräftige amerikanische Markt für den Sektor der Fotografie ausschlaggebend ist.

Nachdem der neue Direktor Julien Frydman letztes Jahr mit dem neuen Messestandort im Pariser Grand Palais bei Galeristen und Besuchern auf Begeisterung stieß und mehr als 51.000 Besucher verzeichnete, wagen Frydman und Messe-Betreiber Reed Exposition den Sprung über den Ozean. Ein erster Expansionsversuch im Juni 2007, als Reed die 2004 gegründete „Photo London“ aufkaufte, misslang. Er musste den Standort krisenbedingt rasch wieder einstellen.

Kalifornische Fotosammlungen

Mit dem perfekt englisch sprechenden 44-jährigen Julien Frydman, der jahrelang der Agentur Magnum vorstand, und Darling aller Galeristen, Kuratoren und Sammler ist, könnte die „Paris Photo L.A.“ an der US Westküste gut Fuß fassen. Der realistische Frydman, auf sein internationales Beziehungsnetz angesprochen, verweist jedoch auf die „pragmatische Haltung der Amerikaner“ hin: „Für sie zählt letztlich das Business. Wenn sie nicht wüssten, dass ein solides Team hinter mir steht, würden sie mich nicht so gut annehmen“.

Die Wahl von Los Angeles erklärt Julien Frydman mit der „langen Geschichte der Stadt mit der Fotografie und Avantgardekunst. Los Angeles ist – nicht nur als Messestandort, komplementär zu Paris. Die künstlerischen Richtungen genießen dort besondere Freiheit und Dynamik. Zum Beispiel arbeitet Thomas Demand in L.A. Zusätzlich gibt es neben vielen Sammlern ein dichtes Netz an Institutionen mit gut dotierten Fotoabteilungen, darunter das J.Paul Getty Museum in Los Angeles, das SFMOMA (San Francisco Museum of Modern Art) und die Pilara Foundation Collection in San Francisco.“

Frydman beabsichtigt, die großen Galerien für zeitgenössische Kunst, die er im letzten Jahr erstmals mit Megaformatfotos auf die „Paris Photo“ holte, in die L.A.-Messe zu integrieren. Er deutet auch an, dass andere visuelle Medien Einzug halten könnten. Über  konkrete Galerien-Beteiligungen kann er noch nichts sagen, weil dies verfrüht wäre. Die historische Fotografie des 19. Jahrhunderts soll keineswegs fehlen, denn sie zeige die Entwicklungsgeschichte der Fotografie auf. „Ich verteidige die Konfrontation historischer Arbeiten mit Avantgarde-Werken“, versichert der sympathische Fotomanager.

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