Paris Photo
Mekka für Fotosammler

Mit neuer Leitung, größeren Ständen und dem attraktiven Standort im Grand Palais hat sich die Paris Photo runderneuert. Neben historischen Lichtbildern gibt es jetzt auch aktuelle Fotokunst zu entdecken.
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ParisFür ihre 15. Ausgabe hat sich die bedeutendste Fotomesse der Welt, die „Paris Photo“ rundum erneuert: Sie findet erstmals im großen Kuppelbau des Grand Palais statt. Durch den Ortswechsel gewinnt die Messe Luft, Höhe und Tageslicht. Besonders gut kommt ihr neuer, dynamischer Direktor Julien Frydman bei der Fachwelt an, der zuletzt die Agentur und die Galerie Magnum leitete.

Frydman ist dank seiner Kenntnisse, seines internationalen Beziehungsnetzes und seiner charismatischen Persönlichkeit der Darling der Galeristen. Thomas Zander, Köln, verkündet: „Wir sind alle in erster Linie seinetwegen gekommen. Natürlich auch wegen des Grand Palais.“ Mit der vergrößerten Ausstellungsfläche wuchs die Anzahl der Galeristen auf 118, wozu noch rund 20 Fotoverlage kommen.

Die Aussteller kommen aus 30 Ländern, darunter auch Erstaussteller wie Goodman aus Johannesburg. Neu ist eine Ausstellung mit Neuerwerbungen von Fotomuseen aus New York, London und Lausanne. Da gibt der deutsche Sammler Arthur Walther aus Neu-Ulm einen Einblick in seine Sammlung afrikanischer Fotografie. Denn Schwarzafrika ist in diesem Jahr das Schwerpunktthema, das knapp die Hälfte der Aussteller auch aufnehmen. Diese Innovationen sind zusätzliche Anreize für die aus den USA, Deutschland und Italien angereisten Fotosammler, Kuratoren und Interessenten.

Am Tag vor der Publikumseröffnung herrschte allgemeine Begeisterung über die Runderneuerung. Breite Gänge und die bis 80 qm großen Stände erlauben tiefe Einblicke. Die ersten Verkäufe wurden viel rascher abgewickelt als auf anderen Messen dieses Herbstes.

Frischen Wind bringen die erstmals ausstellenden Kunstgalerien mit. Sie hängen Riesenfotos an die Kojenwände, die sich als Werke zeitgenössischer Kunst verstehen – etwa von Thomas Struth bei Gagosian oder von Paul Graham bei Pace/MacGill. Gagosian bringt mit Taryn Simon politische Kunst mit auf die Messe.

Simon ist die Preisträgerin des „Entdeckungspreises“ der Foto-Tage „Rencontres“ von Arles im Jahr 2010, die derzeit auch in der Neuen Nationalgalerie in Berlin ausstellt. Taryns Großfoto „Reduced“ aus dem Film von Brian De Palma zeigt die mit Blut übergossene iranische Schauspielerin Zarah Zubaidi.

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Omnipräsenter Irving Penn

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