Paris Photo
Mekka für Fotosammler

Parallel zur der weltweit wichtigen Messe „Paris Photo“ finden weitere relevante Fotoauktionen statt. Gute Preise erzielten Lichtbilder von Irving Penn und Henri Cartier-Bresson.
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ParisIm Umfeld der Fotomesse „Paris Photo“ gab es in diesem Herbst acht Fotoauktionen, die ein Gesamtergebnis von 8,6 Millionen Euro verzeichneten. Dazu kommen Nachverkäufe, die neuerdings unbefristet und unlimitiert ausgehandelt werden. Gemessen an dem neuen Weltrekord von 4,3 Millionen Dollar für Andreas Gurskys „Rhein II“ in New York, sind die Pariser Fotoauktionen zwar nur relativ spektakulär. Sie sind aber auch weniger spekulativ.

Sotheby’s gibt seine bisherige Pariser Vormachtstellung in der Fotografie kampflos an Christie’s mit einem Umsatz von 5,9 Millionen bei drei Auktionen ab. Da kann Sotheby’s mit 1,9 Millionen Euro für 100 von 147 zugeschlagenen Losen nicht mithalten. Die Versteigerer, die im Drouot arbeiten, Millon & Associés (388.924 Euro), Le Mouel (253.460 Euro), Tajan (211.570 Euro) und Piasa (209.829 Euro) warteten mit entsprechend bescheideneren Ergebnissen auf. Das Hôtel Drouot fungiert jedoch weiterhin als die weltweite Einkaufsquelle für die Fotografie des 19. Jahrhunderts.

Aus der Stiftung Henri Cartier-Bresson erhielt Christie’s von dessen Witwe Martine Frank 100 Fotografien, die, auf 1,4 Millionen geschätzt, 2,1 Millionen Euro erreichten. „Die Preise stiegen wahnsinnig an“, kommentiert der Hamburger Fotograf, Sammler und Museumsgründer F. C. Gundlach, beeindruckt vom neuen Bresson-Weltrekord von 433.000 Euro brutto für „Hinter dem Bahnhof Saint-Lazare“. Tags darauf bot Christie’s 51 Fotografien von Irving Penn an. Die „White Gloves“-Auktion, bei der alle Lose Käufer fanden, brachte Christie’s ebenfalls 2,1 Millionen Euro. Auch bei Christie’s dritterVersteigerung behielt Irving Penn die Oberhand mit den zwei höchsten Zuschlägen der 56 (von 79) verkauften Lose: Das Stillleben „Zwei Liköre!“ von 1951 war einem US-Sammler 169.000 Euro wert.

Einen weiteren Weltrekord konnte Leni Riefenstahl bei Sotheby’s erzielen: ein 28-teiliges Portfolio der Olympischen Spiele von 1936 brachte 180.750 Euro.

Christie’s Fotospezialist Matthieu Humery konstatiert: „Paris ist die Hauptstadt der Fotografie. Die Auktionen der drei Ensembles reiht sich in die Linie der großen monografischen Fotoauktionen von New York und London, zu denen seit 2010 auch Paris zählt.“

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