Paris Tableau  
Anspruchsvolle neue Gemäldemesse

Auf hohem Niveau start die „Paris Tableau“. 20 Kunsthändler stemmen in der ehemaligen Börse eine viel versprechende Messe für Gemälde von der Gotik bis ins 19. Jahrhundert und die Anfänge der Moderne.
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ParisDer erste Eindruck: aufwendige Gediegenheit. Jeder der zwanzig Aussteller der neuen Pariser Messe für Gemälde der Alten Meister und des 19. Jahrhunderts, „Paris Tableau“, verfügt über eine luxuriös gestaltete, relativ geschlossene Koje von 35 Quadratmetern. Im  ehemaligen Gebäude der Pariser Börse, unter dem hohen Glasdach, formieren die farblich unterschiedlichen, aneinander gereihten Räume eine Art breite Strasse.

In deren Mitte befindet sich der Werbe-Blickfang der „Paris Tableau“: drei Gemälde aus dem Besitz des zeitgenössischen Künstlerstars Jeff Koons: Auf zart Lila thronen drei erotische Gemälde von Nicolas Poussin, Jean-Honoré Fragonard und Gustave Courbet. Viel blasse Haut über spitz aufragenden Brüsten.

Stelldichein der Elite

Die zehn Pariser Organisatoren, die zehn Ausländer einluden, orientieren sich am Erfolgsrezept der Messe für Zeichnungen, dem „Salon du Dessin“, der ebenfalls in der Börse stattfindet. Von 4. bis 8. November kann das Publikum Gemälde aus dem Zeitraum von 1300 bis 1850 vergleichen und kaufen. Eines der ältesten Exponate befindet sich bei Giovanni Sarti, Paris: eine Madonna mit Kind blickt skeptisch am Betrachter vorbei. Andrea di Nerio malte das auffällig geformte private Andachtsbild auf Goldgrund um 1330. Maurizio Canesso, Paris, wartet mit einer „Reise des Jakob“ auf, eine Hirtendarstellung, die Jacopo dal Ponte, genannt Bassano, gestaltete. Canesso erwartet 2,2 Millionen Euro für das Gemälde, das ab 1925 dem Kölner Wallraf Richartz Museum gehörte, das es 1943 verkaufte. Van Ham versteigerte es 2005 für den Bruttopreis von 488.000 Euro.

Jean-François Heim, Paris, verfügt über eines der manieristischen Bilder des im lothringischen Metz geborenen und in Neapel tätigen François de Nomé, genannt Monsu Desiderio, der das „Innere der Kirche Santa Maria delle Grazie Maggiore“ in Neapel 1619 festhielt. Das Bild soll 180.000 Euro kosten. Die beginnende Moderne ist bei Heim greifbar in einem kleinen Ölbild auf Papier von Jean-Baptiste Corot. 1826 gemalt, erwartet der Pariser Kunsthändler für die sympathische Momentaufnahme eines Flusses an einer Wasserschnelle 330.000 Euro. Auf einem Tondo von nur 14 Zentimeter Durchmesser des für seine Felsdarstellungen bekannten Flamen Cornelis van Dalem entdeckt man eine barocke Flusslandschaft mit Felsen. Der Galerist Claude Vittet, Paris, preist sie mit 400.000 Euro aus.

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