Pariser Kunstmesse Fiac
Keine Lust auf Risiko

Zwischen tanzenden Skelleten und Baguette-Trolleys präsentieren sich auf der 35. Ausgabe der Pariser Kunstmesse Fiac etliche Künstler mit ihren Werken. Auch wenn die Skulpturen besonders hervorstechen, setzen die meisten Galerien auf Kunst an der Wand.

PARIS. Rund um die 35. Pariser Gegenwartskunst- und Moderne-Messe Fiac („Foire internationale d’art contemporain“) rankt sich bis zum 26.10. ein dichtes Veranstaltungs-, Messe- und Ausstellungsprogramm. Den anreisenden europäischen Sammlern hat die Seine-Stadt ein perfektes Kunst-Paradies vorbereitet. Auf drei Orte verteilt sich allein die Fiac: auf das Grand Palais, ein Zelt im Cour Carrée du Louvre und den Garten der Tuilerien. Dort sind die Groß-Skulpturen aufgestellt. Parallel dazu findet zum dritten Mal die von Galeristen organisierte Show Off mit leichter Kunst, Fotos und Videos im Espace Cardin statt. Hier zeigen 33 Aussteller viel Knalliges, eventuell Provokantes, selten Spannendes. Erwähnenswert ist der Video-Schwerpunkt im Theatersaal. Er setzt einen Kontrapunkt zu dem auf Malerei fokussierten Angebot im Grand Palais.

Auf der Fiac, wo vorwiegend die anerkannten Galerien ausstellen, geht die Tendenz eindeutig zur Kunst an der Wand. Viele Stände ergänzen das Angebot durch Skulpturen, aber keineswegs alle. Besonders die wieder in Paris präsenten englischen und amerikanischen Trendsetter leisten sich reine Wanddekoration. Luhring Augustine, New York, zeigt etwa nur zehn schwarzweiße Papierarbeiten von Christopher Wool (je 80 000 Dollar). Bei Sadie Coles, London, hängen spärliche Gemälde von Wilhelm Sasnal. Ebenso bei 303 Gallery, New York, die sich auf kleinformatige Malereien von Karen Kilimnik im Stil des „bad painting“ beschränkt. White Cube, London, hat dagegen den Stand gerammelt voll mit bemalten Bronzeskulpturen von Jake & Dinos Chapman. Dort koexistieren Schraubstöcke und Gehirne. „Young British artist“-Porträts (Zitat eines Standbetreuers) im Neo-Stil des 19. Jahrhunderts blicken traurig von den Wänden auf diese Pseudo-Werkstatt.

Überraschend erfreulich im Verhältnis zur Lustlosigkeit vieler anderer Stände wirkt die monografische Schau von Anton Henning bei Arndt & Partner, Berlin. Zu sehen ist eine Art Gesamtkunstwerk aus Gemälden und Skulpturen, die sich auf Höhepunkte der Kunstgeschichte beziehen (16 500/68 000 Euro). Die jahrhundertealte Stillleben-Malerei variiert der Fotograf Patrick Faigenbaum bei der Pariser Galerie Nathalie Obadia (15 000 Euro).

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