Peter Sloterdijk legt einen Entwurf für eine philosophische Theorie der Globalisierung vor
Eine Welt von Bedenkenträgern

Wieder einmal heißt es für den Menschen umziehen. Seit Jahrhunderten scheint es sein Schicksal zu sein. Gerade heimisch geworden, muss er wieder hinaus.

Hinaus diesmal aus dem mühsam errichteten, vertrauten und Halt gebenden Gehäuse des Nationalstaats, hinein ins große Weltformat, hinein in den "Weltinnenraum des Kapitals". So heißt das neue Buch von Peter Sloterdijk - dem neben Jürgen Habermas bekanntesten lebenden Philosophen Deutschlands.



Sloterdijk legt einen Entwurf für eine philosophische Theorie der Globalisierung vor. Er beschreibt die Jahrhunderte dauernde Entstehung einer zusammenhängenden, weil kapitalistisch durchrationalisierten Welt, seit kurzem als Globalisierung in aller Munde. Und er fasst ihr absehbares Ergebnis ins Auge, ein universales Luxustreibhaus für verwöhnte Massen. Sloterdijk knüpft damit an den letzten Teil "Schäume" seiner Riesentrilogie "Sphären I-III" an, in dem er einen Anlauf gemacht hat, die heutige Zeit in Bilder und Begriffe zu fassen.

Schon damals, Ende des 15. Jahrhunderts, trieb es die Menschen hinaus aus dem engen Europa. Zunächst eine Hand voll Abenteurer, dann ein immer größeres Heer von See- und Kaufleuten, Soldaten und Kartografen. Sie knüpften in fünfhundert Jahren ein immer dichteres Netz über die Erde, das gewebt war aus Waren, Gewalt und abendländischer Zivilisation.

Diese altbekannte Geschichte der europäischen Expansion erzählt Sloterdijk als großes Abenteuer entwurzelter Existenzen, die systematisch Chancen ergriffen und gewannen, ohne dass sie recht begriffen wieso. Es waren die ersten Spieler und Luftikusse der Ökonomie. Zurück brachten sie auf ihren "Pestschiffen des Wissens" ein neues Weltbild: Der Himmel ist kein in sich ruhendes Gewölbe mehr, sondern ein bodenloser Abgrund. Und die europäische Kultur ist nur eine unter anderen.

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