Phillips de Pury
Bestes Ergebnis in London

Für junge Kunst wird wieder mehr Geld ausgegeben. Phillips de Pury beschließt die Londoner Februar-Auktionen mit seinem besten Ergebnis seit 2008.
  • 0

LondonSammler und Händler zeitgenössischer Kunst zogen eine rundum zufriedene Bilanz, nachdem Phillips de Pury die Londoner Auktionsserie mit seinem besten Londoner Gesamtergebnis seit Juni 2008 beendete – auch wenn der 9,8 Millionen Pfund Umsatz gegenüber dem verblasst, was Christie’s und Sotheby’s in ihren Auktionen gestemmt hatten.

Die Gesamtsumme aller Londoner Contemporary-Auktionen betrug 187 Millionen Pfund, sofern man zu den eigentlichen Auktionen zeitgenössischer Kunst noch die Nachkriegskunst aus der von Sotheby’s versteigerten Sammlung Kostalitz hinzurechnet. Insgesamt wurde in den zwei Wochen der Londoner Auktionen mit Nachkriegs- und Moderner Kunst seit dem Impressionismus 426 Millionen Pfund – eine runde halbe Milliarde Euro – umgesetzt: „Wir sehen außerordentliche Aktivität in allen Bereichen des Marktes. Es ist klar, dass das Vertrauen wieder da ist“, resümierte Phillips de Purys Experte für zeitgenössische Kunst, Michael McGinnis.

Man hat sich inzwischen nicht nur an die deutlich frischere und, was die Kunst angeht, jüngere und risikofreudigere Selektion bei Phillips de Pury gewöhnt. Auch die Schätzungen sind in den Abendauktionen oft höher, als es gut ist für beherzte Bietgefechte. Umso beeindruckender, dass Auktionator Simon de Pury mit Entertainment und Eselsgeduld in der Abendauktion eine Absatzrate von 82 Prozent nach Losen schaffte – Beweis, wie groß der Appetit auf Kunst inzwischen wieder ist.

McGinnis gab zu, dass die Höhe der Taxen mit der Notwendigkeit zu tun habe, das Spitzenmaterial zu akquirieren. Beim Gros der Toplose, angefangen mit dem Spitzenlos von Jean-Michel Basquiat, das mit 1,13 Millionen Pfund, Aufgeld einberechnet, als einziges Kunstwerk über die Millionengrenze kam, fiel der Hammer unterhalb der Schätzung. Phillips war auch das einzige Auktionshaus, dass seine Gesamtschätzung nicht schaffte. Aber das änderte nichts daran, dass sich auch der Markt für junge Kunst mit einer Reihe glänzender Spitzenpreise in robuster Verfassung zeigte.

Interessant, wo die Schätzungen übertroffen wurden: Wade Guytons Inkjet-Bild „Untitled“ mit zwei großen „X“ war auf 50 000 bis 70 000 Pfund angesetzt, schob sich dann aber in einem Bietgefecht eines kanadischen Sammlers und des New Yorker Händlers Stellan Holm an dem erst tags zuvor von Larry Gagosian bei Christie’s gebotenen Auktionsrekord vorbei und ging für brutto 213 650 Pfund an Holm: Guyton ist ganz klar der angesagte Trendkünstler der Saison. In der Tagauktion erzielte auch ein Ultrachrom-Inkjet-Print Guytons aus der Kollaboration mit seinem amerikanischen Kunstkollegen Kelley Walker mit 79 250 Pfund einen Toppreis weit über Taxe.

Seite 1:

Bestes Ergebnis in London

Seite 2:

Kommentare zu " Phillips de Pury: Bestes Ergebnis in London"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%