Phillips de Pury
Ende einer milliardenschweren Auktionswoche

New Yorks internationale Versteigerer hämmern in vier Tagen über eine Milliarde Dollar für zeitgenössische Kunst ein. Phillips kommt als Letzter an die Reihe. Dabei geht es auffällig ruhig zu. Das Ergebnis bleibt knapp unter den Erwartungen.
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New YorkNur vier Tage benötigten die drei großen New Yorker Versteigerer, um zeitgenössische Kunst für über eine Milliarde Dollar in alle Himmelsrichtungen zu zerstreuen. Christie‘s verkündete für die dritte Novemberwoche Zuschläge von 525 Millionen Dollar, Sotheby’s 464 Millionen und Phillips de Pury machte noch 89,9 Millionen Dollar inklusive Aufgeld. Die Gala-Auktionen dominierten die Schlagzeilen, aber auch die Tagesauktionen brachten einige Überraschungen. Auch hier regierten wie gehabt Warhol, Pop Art und Abstrakte Expressionisten, darunter auch die späten, wunderbar frei hingeworfenen lyrischen Naturanspielungen Joan Mitchells.

Der Deutsch-Amerikaner Josef Albers ist seit einigen Monaten mit seiner berühmten Serie „Hommage to the Square“  sehr erfolgreich. Jetzt hob ein amerikanischer Sammler bei Christie’s seinen neuen Rekord mit „White Nimbus“ auf 2,2 Millionen Dollar. Sotheby’s setzte dagegen einen neuen Höchstpreis für brasilianische Kunst. Die fröhlich-farbigen Bilder von Beatriz Milhazes machten sie zum internationalen Superstar. Mit „Meu Limao“ (2000)  sprang sie nun auf  2,1 Millionen und  auch Adriana Varejaos Triptychon „Trois Petites Morts“ (2003) schnitt mit 1,2 Millionen Dollar hervorragend ab.

Absichtlich schmales Angebot

Phillips Abendauktion setzte am 15. November das Schlusslicht der Woche. Absichtlich sei man mit einem sehr schmalen, ergänzenden Angebot von nur 35 Losen, das ist etwa der halbe Umfang der großen Häuser, angetreten, so Michael McGinnis, Phillips‘ International Head Contemporary Art und neuerdings auch CEO. Er löste im Oktober den Deutschen Bernd Runge ab, der die Firma seit der Übernahme der russischen Investorengruppe Mercury vor drei Jahren leitete. Die auffällig ruhige Auktion bot den gewohnten Mix von „cutting edge“ (erfolgreichen jüngeren) und älteren Künstlern, von denen allein 16 dank Garantien durch fünf verschiedene Investoren bereits vorab verkauft waren.

Die eingehämmerten 79,9 Millionen Dollar lagen knapp unter den Erwartungen, trotzdem gab sich McGinnis zufrieden und beschrieb globale Beteiligung, darunter einige Russen, Käufer aus dem Mittleren Osten, Asien und Südamerika.

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Malen mit Kaugummi

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