Polen und Manila
Kirche ruft zu Boykott von „Sakrileg“-Verfilmung auf

Die Protestwelle der katholischen Kirche gegen die Verfilmung von Dan Browns Thriller „Das Sakrileg – The Da Vinci Code“ geht weiter: In Manila wurde er aus dem Kinoprogramm genommen, in Polen rufen Bischöfe zum Boykott auf. Aber es gibt auch andere Meinungen seitens der Kirche.

HB WARSCHAU/MANILA. Vor dem Start des Films am Freitag in den polnischen Kinos haben katholische Bischöfe den Film kritisiert und die Gläubigen zum Boykott aufgerufen. „Schaut euch diesen Film nicht an“, appellierte der Krakauer Erzbischof Stanislaw Dziwisz in einem Brief. Der Film manipuliere und fälsche historische Tatsachen.

Bischof Stanislaw Wielgus, Vorsitzender des wissenschaftlichen Rates der Bischofskonferenz, nannte Roman und Film „ethisch nicht akzeptabel“. Mit irrationalen Theorien auf der Grundlage religiöser Ignoranz zeuge er von „beunruhigenden Tendenzen“ der Gegenwart.

Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Jozef Michalik, sah bei aller Kritik an der Idee, Jesus sei mit Maria Magdalena verheiratet gewesen und habe mit ihr eine Familie gegründet, auch Gutes. Wenn Leser und Kinobesucher durch den Film angeregt würden, sich mit der Kirchengeschichte zu befassen und ihr religiöses Wissen zu vertiefen, „werden sie ihren Glauben stärken“, sagte Michalik im polnischen Rundfunk.

In der philippinischen Hauptstadt Manila müssen die Kinos auf Weisung der Stadtverwaltung die Dan-Brown-Verfilmung „Sakrileg“ aus ihren Programmen nehmen. Der Stadtrat hatte zuvor eine entsprechende Eingabe gebilligt, die den Streifen mit Tom Hanks in der Hauptrolle als „Angriff auf die Glaubensgrundlagen der römisch-katholischen Kirche“ bezeichnete, wie philippinische Medien am Freitag meldeten.

Auf den Philippinen, dem einzigen vorwiegend katholischen Land Asiens, gilt die Kirche als sehr einflussreich. Die philippinische Zulassungs- und Klassifizierungsstelle für Filme hatte den Streifen zuvor unter Auflage gebilligt, dass ihn nur Erwachsene sehen dürfen. In Manila riskieren Kinobetreiber nun ein Jahr Gefängnis und eine Geldstrafe von umgerechnet 75 Euro, sollte sie den Film trotz des Verbots zeigen.

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